Die als «Miracula sancte Elyzabet» überlieferten Wunderheilungen der thüringischen Landgräfin Elisabeth (1207-1231) werden unter medizinhistorischen Aspekten untersucht. Diese Mirakelberichte liefern für die medizinische Kasuistik im Mittelalter ein reichhaltiges realistisches Anschauungsmaterial sowohl in bezug auf die Situation der Patienten als auch hinsichtlich der sozialen Situation und des Ausmasses ihrer Beschwerden und physischen Leiden. Sie ergänzen das vor allem aus den Texten medizinischer Autoren gewonnene Bild der medizinischen Praxis im Mittelalter.
Da die erstmals 1908 in Verbindung mit den Akten des Heiligsprechungs- prozesses in ihrer Gesamtheit publizierten Zeugenvernehmungen bisher nur in lateinischer Sprache vorlagen, wurde erstmals eine deutsche Übersetzung der Wunderprotokolle nach der lateinischen Edition von A. Huyskens versucht.
Jürgen Jansen
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«Insgesamt ist der Forschung mit der gründlichen medizingeschichtlichen Analyse und der Übersetzung der Wunderberichte eine willkommene Grundlage zur Hand gegeben, die zusammen mit den zahlreichen Tabellen und der ausführlichen regestenartigen Auflistung der Wunderprotokolle die weitere Auswertung dieser wichtigen Quelle erleichtern und zugleich einen guten Zugang zu anderen Mirakelsammlungen des 13. Jh. eröffnen dürfte.» (Matthias Werner, Deutsches Archiv für die Erforschung des Mittelalters)
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