In dieser Arbeit wird der Begriff des Elementaren in musikpädagogischen Zeitschriftenartikeln zwischen 1900 und 1932 einer Analyse unterzogen. Mit Blick auf die historischen Diskurse werden die vielfältigen Bedeutungen des Elementaren – als Einfaches, Natürliches und Schöpferisches – herausgearbeitet. Besonders treten die mythische Vorstellung einer ursprünglichen, natürlichen, dem Menschen angeborenen Musikalität hervor sowie die utopische Hoffnung, durch eine Rückkehr zu einer entsprechenden Musik gesellschaftliche Missstände zu überwinden.
Die Analyse dient nicht nur der historischen Aufarbeitung, sondern auch der Reflexion: Sie zeigt, wie die rhetorischen Mittel und Denkweisen jener Zeit noch heute in manchen Texten nachwirken, und verfolgt damit das Ziel, ideologische Strömungen und unterschwellige Ideale zu erkennen, um damit schlussendlich einen Schritt hin zu mehr Klarheit und kritischer Betrachtung in der heutigen Diskussion zu machen.
Hannah Wirmer-Bugiel
Hannah Wirmer-Bugiel arbeitet an der Schnittstelle von Instrumentalpädagogik und schulischem Musikunterricht. Nach ihrem Studium der Konzertgitarre, Instrumentalpädagogik und Elementarer Musikpädagogik promovierte sie an der HfMDK Frankfurt.
Musikpädagogik Diskursanalyse Historische Forschung 1900er Jahre 1920er Jahre Kulturgeschichte Bildungsgeschichte Elementare Musikpädagogik Natürlichkeit in der Musikpädagogik Ursprünglichkeit in der Musikpädagogik Natur und Musik 19./20. Jahrhundert