Die aktuelle Normensituation (DIN 1045-1 und EN 1992-1-1) erlaubt die Bemessung von Stahl- und Spannbeton-Diskontinuitätsbereichen (D-Bereichen). Zu diesen D-Bereichen zählen Querschnittssprünge, Konsolen, oder Aussparungen. Diese können mit Stabwerkmodellen bemessen werden. Stabwerkmodelle bestehen aus Knoten, Druck- und Zugstreben. Während Zugstreben und Knotenpunkte ausreichend beschrieben und bemessbar sind, werden in beiden angesprochenen Normen für die Druckstreben nur Sonderfälle behandelt. Eine Angabe für die aufnehmbare Druckkraft der Druckstrebe in gerissenen Bereichen fehlt. Da Beton ein gerissener Baustoff ist, ist dies unbefriedigend und ein anwendungsfreundlicher Bemessungsvorschlag für diesen Fall sollte entwickelt werden. Es ist wichtig, diesen jetzt auszuarbeiten, da er so noch in den Nationalen Anhang zur EN 1992-1-1 Eingang finden und ihn als wichtigen, integralen Bestandteil komplettieren könnte. Die nicht mit der Biegetheorie behandelbaren D-Bereiche wären so auf elegante Weise vollständig und ohne aufwendige Berechnungen zu bemessen.
Konrad Zilch
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