Die Untersuchungen des Tragverhaltens von Holzhäusern in Holztafelbauart bei Windeinwirkung wurden sowohl an ebenen als auch an räumlichen Rechenmodellen durchgeführt. Das Besondere der gewählten Modelle ist, dass sie die rückstellende Wirkung des Eigengewichts der Konstruktion unter Berücksichtigung von Lage und Richtung der Gewichtskraft nutzen und Steifigkeiten von Deckenbalken und Wandrahmen. Die Untersuchungen an Haustypen, die ein Kehlriegeldach ohne Kniestock tragen, wurden für ausgewählte Grundrisstypen mit einer leichten und einer schweren Decke durchgeführt. Den ausgewählten Grundrisstypen wurden Entwurfsregeln zugeordnet, welche die üblichen Anforderungen an den Wohnkomfort berücksichtigen. Auf der Grundlage der Entwurfsregeln wurden die für die Praxis interessanten Grundrissvarianten eines jeden Grundrisstyps entwickelt. Die Berechnungsmodelle der Vielzahl von Grundrissvarianten berücksichtigen nur solche Bauteile und Verbindungen, von denen angenommen werden konnte, dass sie Teile jedes Wohnhauses in Holztafelbauart sind. Diese Vorgehensweise führte auf Modelle mit minimalem rückstellend wirkenden Eigengewicht und minimalen Steifigkeiten. Es lässt sich festhalten, dass Holzhäuser ohne verankerte Wandscheiben und ohne Zuganschluss von unverankerten Wandscheiben an Deckenbalken in der Regel keine ausreichende Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit besitzen. Ausreichende Tragfähigkeit heißt, dass alle in der Holzbaunorm geforderten Nachweise einschließlich der dort vorgeschriebenen Sicherheiten erfüllt sind.
Martin H. Kessel
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