Wenn in Siloanlagen durch Funken oder Hitze, Glimmnester oder elektrostatische Entladungen die dort nahezu unvermeidlichen Brennstaub-Luft-Gemische explodieren, sind Menschen und Bauwerke in höchster Gefahr. Zur Beherrschung der wahrscheinlichen Explosionen erhalten die Silos Vorrichtungen mit Deckeln, Klappen oder Folien, welche die plötzlichen, sehr hohen Drücke verringern und die Explosionsauswirkungen auf ein Mindestmaß reduzieren sollen. Mit einem 50 Kubikmeter großen Versuchssilo untersuchte man mehrere hundert Explosionsverläufe und deren Interaktion mit den Behältern und Entlastungssystemen. Nach der Modifikation eines bisher angewandten Rechenmodells und dem Erreichen guter Übereinstimmung zwischen den Resultaten aus Experiment und Berechnung wurde die »Richtlinie zur Auslegung von Siloanlagen gegen Staubexplosionen« erarbeitet. Sie enthält Nomogramme, mit denen trägheitsfreie Druckentlastungssysteme sowie trägheitsbeeinflusste Deckel- und Klappenkonstruktionen von Silos für den Lastfall der Staubexplosion bemessen werden können. Der Bericht erläutert die praktische Anwendung der Nomogramme an Beispielen.
Josef Eibl
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