Seit etwa 1990 entstehen in Bayern vorbildlich gestaltete, mehrgeschossige Holzhäuser mit unterschiedlichen Wohnungsgrundrissen, Bauformen und Konstruktionen. Die beiden »amerikanisch gebauten« Holzhäuser in München und Nürnberg setzen diese Reihe des experimentellen Holzbaus mit neuen Akzenten fort. Waren es zuvor Gebäude mit zwei, meistens drei Etagen, errichtete man jetzt vier Geschosse, die nach US-amerikanischem Baurecht mit Sprinkleranlage zulässig sind. Dabei durfte von der Bayerischen Bauordnung bis zum Äußersten abgewichen werden. Es war der »amerikanische Umgang» mit Grundrissen, der Gestaltung, den Installationen sowie dem Ausbau nachzuvollziehen. An den weitgehend original US-amerikanischen Mehrgeschosshäusern in München und Nürnberg interessierte vor allem, warum solche Wohngebäude in Holzrahmenbauweise in den USA so viel kostengünstiger erstellt werden als entsprechende Holzhäuser in Deutschland.
Ein Team von Fachleuten vergleicht das Planungs- und Baurecht, Normen und Standards, die Tragwerksplanung und statische Berechnung, Baumaterialien, die haustechnischen Einrichtungen, den Schall-, Wärme-, Feuchte- und Brandschutz, den Bauablauf sowie die Qualitätssicherung. Es werden die Erfahrungen mit beiden bayerischen Modellprojekten geschildert. Der Bericht stellt die Unterschiede und auch das Gemeinsame des US-amerikanischen und deutschen Bauens heraus und gibt mannigfache Denkanstöße, damit mehrgeschossige Holz-Wohnhäuser in Deutschland kostengünstiger als bisher werden.
Theodor Hugues
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