Auf dem Areal des bedeutenden Renaissanceschlosses von Gelsenkirchen-Horst wurden bei Ausgrabungen über 11.000 Tierknochenfragmente aus dem Zeitraum vom 12. bis zum 19. Jahrhundert geborgen. Nicht nur die relativ große Fundmenge und die gute chronologische Aufgliederung, sondern vor allem auch die außergewöhnlich umfassende schriftliche Quellenlage in Form der Horster Rechnungsbücher verleihen der zoologischen Auswertung des vorliegenden Materials geradezu Modellcharakter.
Die Ergebnisse zu Haustierhaltung, Naturalabgaben und Küchenversorgung lassen das Bild einer gut organisierten, wohlhabenden Lebensweise entstehen, das auch die vielfältigen Beziehungen von Mensch und Tier auf einem Adelssitz im mittelalterlichen und neuzeitlichen Westfalen näher beleuchtet. Dass es sich hierbei keineswegs um ein „knochentrockenes“ Thema handelt, beweist die vorliegende, sehr anschaulich aufbereitete Publikation, die sowohl optisch durch zahlreiche farblich gestaltete Abbildungen als auch fachlich durch die Bereitstellung vieler Informationen – nicht zuletzt mittels eines übersichtlichen Maßkatalogs – überzeugt.
Monika Doll
Wasserschloss Gelsenkirchen Bauforschung Hausforschung