Von der gestalterischen Kraft der Natur: Horst Bredekamp über die Schönheit und Intelligenz der Pilze, Korallen und Bakterien und wie sie in der Fotografie von Kathrin Linkersdorff und Joan Fontcuberta zu höchstem Ausdruck finden.
Zarte Figuren, feinnervig, seltsam verzweigt und gruppiert, anarchisch und geordnet zugleich, leuchten in starken, klaren Farben auf den Bildern der Berliner Fotografin Kathrin Linkersdorff, geschaffen von Pilzen und Bakterien im Labor der Mikrobiologin Regine Hengge.
Massig kumuliert, wild auswuchernd und aneinanderhaftend sind die Gebilde der Korallen auf den großformatigen hochartifiziellen Bildern des spanischen Künstlers Joan Fontcuberta.
Horst Bredekamp spürt der Faszination dieser Kunstwerke nach: Sie sind verbunden durch die Überzeugung, dass in der Natur eine beständig formende, künstlerisch zu deutende Kraft liegt.
Schon Galilei und Darwin hatten sich für diese Qualität der Natur interessiert: für das Zusammenspiel von Präzision und Vagheit hier, für das unbändig horizontale Wuchern dort. In seinem Text verknüpft Horst Bredekamp die künstlerische Intelligenz dieser Naturerscheinungen mit ihren zeitgenössischen Manifestationen.
Horst Bredekamp
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