Wohin steuert der Iran? Wer hat das Sagen im Lande? Wird es eine Annäherung an die USA geben? Der Iran ist keine religiöse Diktatur, er ist das Land des islamistischen Populismus, wo liberale und konservativ-nationale Schiiten um die politische Vorherrschaft ringen. Der Iran ist "jung" und reich an Öl und Bodenschätzen. Und er ist das Land der Parallelkulturen und Parallelgesellschaften, mit gebildeter, nach Westen orientierter Stadtbevölkerung und Millionen armer, rückständiger Landbewohner. Walter Posch, Iran-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, nimmt die Innenpolitik der Jahre 2007–2012 in den Blick, er untersucht die Wahlen, fragt nach den sozialen und kulturellen Verwerfungen unter Ahmadinedschad und den Verbindungen zwischen der iranischen Atom- und Außenpolitik, die trotz verbaler Muskelspiele militärisch immer sehr moderat war. Bis heute hat noch keine iranische Regierung einen Krieg begonnen, und auch der Blick nach Westen scheint nicht so sehr von Stolz und Verachtung, sondern dem Wunsch nach Anerkennung bestimmt zu sein.
Walter Posch
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