Die Freiherren von Gemmingen entstammen dem Kraichgau, waren im Lauf der Jahrhunderte aber nicht nur dort reich begütert, sondern zeitweise auch in den Kantonen Odenwald, Kocher, Neckar-Schwarzwald, Oberrhein und Mittelrhein der freien Reichsritterschaft. Aus den Reihen der Familie gingen ein Erzbischof und Kurfürst von Mainz hervor, Bischöfe von Augsburg und Eichstätt sowie eine Fürstäbtissin von Lindau. Als hochrangige Militärs verkehrten sie am Kaiserhof in Wien. Daneben spielten in der Familie aber immer wieder auch Universitätsstudien eine Rolle. So findet man unter ihren Angehörigen neben mehreren Richtern an den höchsten Gerichten des Alten Reiches auch einen Aufklärer und Schriftsteller sowie einen Vertreter der Erweckungsbewegung. In ihrem Facettenreichtum kann die Geschichte der Familie von Gemmingen über den Kraichgau hinaus als exemplarisch gelten für ritteradlige Verhältnisse.
Kurt Andermann
Prof. Dr. Kurt Andermann, Jahrgang 1950, ist Archivar im Ruhestand (ehem. Generallandesarchiv Karlsruhe) und Honorarprofessor für mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.
Gemmingen Carl Friedrich Reinhard von Gemmingen-Guttenberg Uriel von Gemmingen Otto Heinrich von Gemmingen Julius von Gemmingen-Hagenschieß Lehenswesen Reichskirche Reichskammergericht Nördlicher Oberrhein Heimsheim Hagenschieß Habsburg 18. Jahrhundert Reichsritter Aufklärer