Papst Gregor VII. postuliert in seinem Dictatus papae (1075) die sofortige Heiligkeit eines kanonisch gewählten und rechtmäßig ins Amt eingesetzten Papstes. Die Arbeit untersucht, wie sich diese „unzweifelhafte“ päpstliche Heiligkeit in römischen Bildprogrammen des Hochmittelalters niederschlägt
Anhand von vier Fallstudien analysiert die Studie Innovationen und Transformationen von ikonografischen Motiven im 11. und 12. Jahrhundert, einer durch die einschneidenden Umwälzungen der Kirchenreform geprägten Zeit. Die Einzeluntersuchungen widmen sich dem Apostelfürsten Petrus als erstem Inhaber der sedes apostolica, Clemens I. als unmittelbarem Nachfolger Petri sowie Silvester I. (314–335), den Papst der "Konstantinischen Wende". Gerade das Motiv der Drachenbindung Silvesters hat ab dem 11. Jahrhundert Konjunktur und avanciert zum Sinnbild der umfassenden Binde- und Lösegewalt des Papstes. Abschließend stehen die heute verlorene Ausstattung des Nikolausoratoriums im ehem. Lateranpalast sowie die Apsis von S. Maria in Trastevere im Vergleich gegenüber: Beide Programme setzen rezente Inhaber des römischen Bischofsthrons auf sehr eigenwillige Weise als Heilige ins Bild.
Der Band liefert einen Beitrag zum besseren Verständnis der kirchenpolitischen Dimension von Bildern und ihrer Funktion in einer Zeit des Umbruchs und der Erneuerung
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