Die Tongestaltung zu einem Bewegtbild ist eine Domäne der Praktiker, in der die Wissenstradierung hauptsächlich in mündlicher Form erfolgt. In der Literatur finden sich daher nur sehr wenige Untersuchungen zu der Frage, warum der Tonkanal von den Rezipienten als adäquat zum Bildkanal und in der immersiven Wirkung als effizient empfunden wird.
Was muss bei der auditiven Konzeption grundsätzlich beachtet werden? Warum erleben wir einige audiovisuelle Werke immersiver und in ihrer Wirkung mächtiger als andere?
In einem Hörversuch wurde 240 Probanden jeweils ein Video über Kopfhörer in Stereo in einer Version (zwei unterschiedliche Filme, jeweils kombiniert mit einem von vier Audiotypen) einmal vorgespielt. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die praktische Erkenntnis vieler professioneller Sounddesigner, dass die Tonebene hinsichtlich ihrer immersiven Wirkung ein eigenes, sehr spezielles Kommunikationsmedium darstellt: Ein professioneller Sounddesigner löst sich in seinem gestalterischen Wirken vom Diktat der Bild- ebene und schafft etwas Neues, das mehr ist als die pure Addition der einzelnen Effekte von Ton und Bild.
Maximilian Kock
Studium der Ton- und Bildtechnik an der Robert-Schumann-Musikhochschule (Hauptfach Klavier) und der Fachhochschule Düsseldorf, Abschluss 1991 als Diplom-Ingenieur
Arbeit als Toningenieur (1988 - 1992) beim Deutschlandfunk in Köln, bei Radio NRW in Oberhausen und im Tonstudio Burghardt in Schwerte/Dortmund, Videoeditor/Soundengineer (1993 - 1994) bei Rockamerica in New York City, USA, Leiter der Musikredaktion/Audiodesign (1994 - 2008) bei ProSieben in Unterföhring/ München. Professor für Audioproduktion (seit 2008) an der OTH Amberg-Weiden
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