Die Geschichte der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) war seit ihrer ‚Geburt’ in der Brester Union (1595/96) von der Spannung zwischen Orthodoxie und Katholizismus am stärksten betroffen. Die Rehabilitierung und die Wiederherstellung dieser Kirche, deren illegale Existenz schon seit dem Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962) und bis zur Wende in Osteuropa (1989) für die Ökumene zwischen Moskau und dem Vatikan als belastend empfunden wurde, trat als brennendes ökumenisches Problem verstärkt in den Vordergrund. Am Lebenswerk von Josyf Slipyj, dem ukrainischen Großerzbischof, Kardinal und einer der prägendsten Persönlichkeiten der UGKK im 20 Jahrhundert, versucht der Autor, die Gedanken zur Kircheneinheit, das ökumenische Selbstverständnis der UGKK und deren Standort in den zwischenkirchlichen Beziehungen zu erforschen. Im Mittelpunkt steht die Darstellung der Entwicklungslinien einer katholischen Ostkirche in den Umbrüchen und wechselhaften Epochen des 20. Jhs. Die Untersuchung analysiert Slipyjs Erfahrungen, besonders die Entwicklung seiner theologischen Ansätze, und würdigt dessen Beitrag bei der Suche nach der ökumenischen Identität seiner Kirche unter unterschiedlichen historischen Voraussetzungen.
Andriy Mykhaleyko
Ökumene Ukrainische griechisch-katholische Kirche UGKK Ostkirche Papst Leo XIII. Galizien Ukrainisches Christentum Union von Brest II. Vatikanum