Martín Ramírez schuf annähernd 450 Zeichnungen von bemerkenswert visueller Klarheit und Ausdruckskraft, während er – über 25 Jahre lang – in einer Nervenheilanstalt in Kalifornien lebte. Die Diagnose lautete Schizophrenie. Erst nach seinem Tod wurde er durch in jüngster Zeit stattfindende Ausstellungen seiner Werke berühmt.
80 wichtige Zeichnungen, ausgewählt aus öffentlichen und privaten Sammlungen, ermöglichen einen umfassenden Blick auf seine Leistung und zeigen klar, dass er einer der großen Zeichner des 20. Jahrhunderts war. Die Komplexität seiner Zeichnungen und die Fülle der geschichtlichen und kulturellen Einflüsse auf sein Werk verweisen auf seine tiefe Verbundenheit mit der Gesellschaft. Der einzigartige Schaffensprozess – unter Verwendung von gefundenen Gegenständen, selbst hergestellten Farbpigmenten, Streichhölzern und großen Papierstücken – wird hier beleuchtet, ebenso Ramírez’ Erfahrungen mit Armut, Exil und dem Eingesperrtsein. Die Publikation präsentiert zudem die aktuellsten Erkenntnisse über Ramírez’ Leben, Familie und seine Kunst sowie eine Auswahl von Zeichnungen, die lange Zeit in einem Versteck unentdeckt geblieben waren – ihr Auffinden war eine Sensation. Dieses opulente Buch zeigt Ramírez’ Talent und seine Schaffenskraft und belegt, dass er zu Recht zu den großen Künstlern der Moderne gezählt wird.
Brooke Davis Anderson