Kaum eine Berufsgruppe ist so oft in den Blick der Literatur genommen worden wie die der Pfarrerinnen und Pfarrer. Dafür gibt es viele Gründe: Menschen mit pastoraler Verantwortung müssen oft hinnehmen, dass andere, die mit Religion schlechte Erfahrungen gemacht haben, sich an ihnen abreagieren. Da Pastorinnen und Pastoren mehr Zeit investiert haben müssen, über ihren Glauben nachzudenken, erwarten viele Menschen, dass diese in ihrem eigenen Leben Lösungen für ihre Probleme gefunden haben und wollen sich daran orientieren können. Aus den eigenen Versuchen, als Christ zu leben, entwickeln manche Christen eine tiefe Solidarität mit den sogenannten Berufschristen. Insofern offenbaren die Autoren, die von inneren Schwierigkeiten von Pastorinnen und Pastoren berichten, oft auch ihre eigenen. Der Autor ist selber Pfarrer und hat weit über hundert Bücher über Pfarrerinnen und Pfarrer gelesen und ausgewertet. Sein Fazit: Auch im Ornat steckt ein fehlbares Wesen, dem keine menschliche Schwäche fremd ist, der aber oft anderen Menschen zu Hilfe kommt. Ein Streifzug durch die Literatur über Menschen im Pfarramt: Bekannte und weniger bekannte Werke aus aller Welt, von hoher literarischer Qualität bis zur Trivialliteratur, sind hier versammelt.
Gerhard Isermann
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