Erstmals seit Jahrzehnten ist das Werk von Roberto Matta in Deutschland zu sehen. Das Bucerius Kunst Forum und das Museum Frieder Burda präsentieren in ihrer Retrospektive die Malerei des in Chile geborenen Künstlers vom surrealistischen Beginn bis zu seinen Panoramaformaten der 1990er-Jahre.
Roberto Matta (1911–2002) zählt zu den bedeutendsten Malern des 20. Jahrhunderts. Er stand in engemAustausch mit surrealistischen Künstlern und Schriftstellern, und in den 1940er-Jahren zeigt seinWerk bereits wesentliche Entwicklungen des Abstrakten Expressionismus, wie sie Jackson Pollockfortführte. Die zwischen Figuration und Abstraktion changierende Malerei des studierten Architektenschafft kosmische Fiktionsräume, in denen sich immer auch die Zeitgeschichte spiegelt. Seine oftmalsüberwältigend großformatigen Gemälde nehmen die phantastischen Sphären von Science-Fiction undComputerspielen vorweg. Der Band beleuchtet das kosmopolitische Leben Roberto Mattas zwischenSantiago de Chile, Paris, Rom und New York und zeigt die verblüffende Aktualität seiner Kunst für diezeitgenössische Malerei.
Ortrud Westheider