Die Briefsammlung des Augustinerchorherrn Gaufrid von Breteuil gehört zu den aufschlussreichen Zeugnissen der geistigen und literarischen Kultur des 12. Jahrhunderts. Die 52 Briefe sind zusammen mit weiteren Texten nur in einer einzigen Handschrift überliefert (Évreux, Bibliothèque patrimoniale, Ms. 46). Sie dokumentieren ein weitgespanntes Netzwerk geistlicher Kontakte in der Normandie und darüber hinaus und zeigen, wie Gaufrid Texte verschiedener Autoren und Epochen zu neuen Sinn- und Mitteilungszusammenhängen verband. Der Band legt eine kritische Neuedition der Briefsammlung und weiterer in der Handschrift überlieferter Texte vor. Untersuchungen zu Quellengebrauch, Kompilationstechnik und literarischer Rezeption erschließen erstmals systematisch das Spektrum der von Gaufrid genutzten Werke und Autoren und eröffnen neue Einblicke in Gelehrsamkeit, Briefkultur und Textrezeption des 12. Jahrhunderts.
Mario-Marcel Wasserfuhr
Mario-Marcel Wasserfuhr (*1985) studierte Latinistik und Geschichte an der Universität zu Köln. Die vorliegende Arbeit entstand dort als Dissertation; er ist Gymnasiallehrer und in der Lehrkräfteausbildung für das Fach Latein tätig.
Briefkultur Kompilation Intertextualität Quellenforschung Normannische Klöster Mittelalterliche Gelehrsamkeit Textrezeption Handschriftenüberlieferung