Um 1500 entsteht die moderne Öffentlichkeit, gedruckte Nachrichten zirkulieren in bislang unbekannter Geschwindigkeit. Eine Schlüsselrolle spielt Johann Haselberg alias Monteleporis (ca. 1485–1538), Publizist, Verleger und habsburgischer Agent im Umfeld Maximilians I. und Karls V., der den Medienformatnamen „Zeitung“ prägte. Seine Drucke behandeln Türkenkriege, humanistische und dynastische Interessen, Gegenreformation sowie Weissagungen und Prophetien. \n\nDer Band rekonstruiert Leben und Werk dieses rätselhaften Akteurs und erschließt seine Drucke als zentrale Quellen zur Vorgeschichte des Journalismus. Ein Repertorium dokumentiert und interpretiert sämtliche Werke. Ein theoretischer Teil entwickelt zudem ein neues Modell europäischer Mediengalaxien sowie Konzepte zu Öffentlichkeit, Medienakteuren, Propaganda und Agitation.
Joachim Knape
Joachim Knape ist Seniorprofessor am Seminar für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen. Seine Arbeitsgebiete sind Ästhetik-, Bild- und Rhetoriktheorie, die deutsche Rhetorikgeschichte, Ideengeschichte und Ideentheorie, die Geschichte der älteren deutschen Sprache und Literatur, der Renaissance-Humanismus. Zuletzt ist im Hiersemann Verlag sein Band „Ästhetische Idee und Heideggers Existenzialästhetik“ erschienen.
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