Die Studie rekonstruiert das marcionitische Evangelium und legt dar, dass es das älteste Evangelium überhaupt ist: Es lag allen anderen Evangelien zugrunde und wurde von ihnen bearbeitet. Diese folgenreiche These hat eine intensive Diskussion ausgelöst. Die Neuauflage enthält viele verbesserte Rekonstruktionen und setzt sich ausführlich und kritisch mit der neueren Forschung auseinander.
Die Studie beschreibt den Ursprung und den Weg der Evangelientradition vom Anfang bis zum kanonischen Vier-Evangelienbuch. Sie legt dar, dass das marcionitische Evangelium das älteste Evangelium ist, das von allen kanonischen Evangelien benutzt und bearbeitet wurde. Die Folge dieser These ist ein neues Bild von der Entstehung der Evangelien. Es unterscheidet sich grundlegend von allen anderen Modellen (z.B. der Zwei-Quellentheorie) - mit weitreichenden Konsequenzen für viele wichtige Bereiche der neutestamentlichen Wissenschaft.
Bd. 1 enthält die methodische Grundlage: Den Nachweis, dass das kanonische Lk eine überarbeitete Fassung dieses ältesten Evangeliums ist. Auf dieser Grundlage wird dann ein Modell der Überlieferung der kanonischen Evangelien skizziert.
Ein ausführliches Nachwort diskutiert die jüngsten Untersuchungen zu Marcions Evangelium. Es setzt sich mit kritischen Einwänden auseinander und analysiert die methodischen Grundlagen, auf denen die neueren Rekonstruktionen basieren.
Matthias Klinghardt
Entstehung der Evangelien Ältestes Evangelium Marcion Marcionitisches Evangelium Synoptisches Problem Textkritik Textgeschichte