Sowohl Ingeborg Bachmann als auch Theodor W. Adorno haben sich in ihren Schriften mit der Frage nach den Mechanismen faschistischer Denkmodi auseinandergesetzt. In Kristina Pleinerts Arbeit werden die Gründe erkennbar, warum jene Mechanismen, die in ihrer extremsten Ausprägung zum Holocaust geführt haben, bis heute wirksam sind.
IInfolge Pleinerts interdisziplinärer Untersuchung zwischen literarischen (Bachmann) und philosophischen (Adorno) Textformen eröffnen sich jedoch nicht nur erkenntnisstiftende Momente über die Ursachenergründung geschichtlich-gesellschaftlichen Leids, sondern es kristallisiert sich auch eine von Adorno und Bachmann anvisierte Sprach- und Erkenntnisutopie heraus, die, wie die Autorin darlegt, nicht nur utopistisch über das „sinnlose Leiden“ (Adorno) hinausweist, sondern eine lebenspraktische Anleitung in sich birgt, die in ihrer Umsetzung eine andere, friedvollere Welt zur Konsequenz hat.
Kristina Pleinert
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