Diese Studie basiert auf bisher nicht zugänglichen archivalischen Quellen. Der Autor untersucht den ungewöhnlichen Erfolg des Verlegers Kurt Desch nach dem Kriege und zeigt zum erstenmal die Hintergünde auf. In die umfangreichen Entnazifizierungsmassnahmen der Amerikaner wurde auch der Buchhandel mit einbezogen und der Buchmarkt durch Vorzensur und Papierzuteilung überwacht. Kurt Desch gelang es 1945, als erster Verleger in Bayern lizenziert zu werden, obwohl er während des "Dritten Reiches" im Gauverlag Bayerische Ostmark, im Stufen-Verlag und im Zinnen-Verlag gearbeitet hatte und zeitweiligMitglied der NSDAP gewesen war. Trotz aufkommender Zweifel an der Rolle des aktiven Nazigegners förderten ihn die Amerikaner, und Desch konnte ein Verlagsprogramm realisieren.
Bernd R Gruschka