Das Buch beleuchtet die spannende und bewegte Lebensgeschichte von Otto Walter Renger. Er wurde mit 17 von den Nazis eingezogen und an die Front geschickt. 1965 wanderte er nach Australien aus.
Das Buch „Von Reichenberg bis Sydney – Erinnerungen eines Altösterreichers aus Böhmen an Krieg und Frieden“ schildert die spannende und bewegte Lebensgeschichte von Otto Walter Renger. Er wurde 1926 in Reichenberg/Liberec als einziger Sohn einer deutschsprachigen altösterreichischen Familie geboren. Seine Kindheit und Jugend in der Tschechoslowakei verlief typisch für die damalige Zeit.
Die Eltern arbeiteten in der Lebensmittelbranche beziehungsweise der Hotellerie. Doch 1943 nahm das Leben des jungen Reichenbergers, damals 17 Jahre alt, eine dramatische Wendung. Nachdem Otto Renger seine Lehrabschlussprüfung als Büromaschinenmechaniker abgelegt hatte, wurde er vom kriminellen NS-Regime zunächst zum Arbeitsdienst eingezogen, wo er unter den Schikanen der Ausbilder litt, und später als Fallschirmjäger als „vorletztes Aufgebot“ an die Front geschickt. Mehrfach kam der damals 18-Jährige nur mit viel Glück mit dem Leben davon, sah Kameraden und seine 19-jährige italienische Verlobte Angelina im Kugelhagel auf grausame Art und Weise sterben. Die Gefangennahme im Frühjahr 1945 war für ihn eine Erlösung und gleichzeitig die Weichenstellung für das weitere Leben.
In britischer Gefangenschaft lernte er nämlich Englisch, und da er nicht mehr in seine Heimat Reichenberg zurückkonnte (fast alle Deutschen waren aus der Tschechoslowakei vertrieben worden) lebte er zunächst in der DDR, später in der BRD. Der stets von Freiheitsdrang getriebene Otto Renger wanderte 1965 per Schiff mit seiner geliebten Frau Gerty nach Australien aus. Dort wurde der Reichenberger ein erfolgreicher Unternehmer, dessen erfülltes Leben im April 2022 im Alter von 96 Jahren endete. Seine große Liebe Gerty lebt noch heute in Sydney. Neben den persönlichen Erinnerungen von Otto Renger (sie befassen sich primär mit der Kindheit und der Zeit im Zweiten Weltkrieg) beleuchtet das Buch auch die Geschichte (Alt-)Österreichs, des Sudetenlandes sowie die Historie von Otto Rengers Geburtsstadt Reichenberg.
Patrick Huber
Patrick Huber ist seit den 1990er Jahren journalistisch tätig und zählt zu den profiliertesten Luftfahrtfotografen und Luftfahrtexperten Österreichs. Er ist Autor zahlreicher Sachbücher zu zivilen und militärischen Themen, darunter "Germanwings Flug 9525 - Absturz in den französischen Alpen", „Lufthansa Flug 540: Der erste Jumbo-Absturz", „Als der Tod vom Himmel stürzte – die Flugtagkatastrophe von Ramstein”, „Pan Am Flug 103: Die Tragödie von Lockerbie", „Das Geheimnis von Malev Flug 240 – mysteriöser Absturz vor Beirut” und "Montana Austria - Österreichs vergessener Langstrecken-Pionier". Seine Bücher über das Flugtagunglück von Ramstein, den Absturz der Pan Am über Lockerbie und den ersten Crash einer Boeing 747 (Lufthansa, 1974, Nairobi) gelten in Fachkreisen als Standardwerke.
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