Nur geringe Veränderungen an der Methode Tonika-Do ermöglichen, dass die Solmisationssilben die musikalischen Zusammenhänge unmittelbar emotional erlebbar machen.
Die Relative Solmisation verwendet zur Bezeichnung von Tonleiterstufen Silben, um über deren Hören und Singen einen emotionalen Zugang zur Tonordnung in der Musik zu vermitteln und das Notenlesen und Vom-Blatt-Singen zu erleichtern. In ihrer 1000jährigen Geschichte passte sich die Solmisation mehrfach der Musikentwicklung an. Mittlerweile sind die Silben von Tonika-Do seit mehr als 100 Jahren in Gebrauch und reformbedürftig.
Mit diesem Aufsatz wird ein Vorschlag zur partiellen Umgestaltung der Tonsilben unterbreitet. Durch den systematischen Einsatz der Vokale wird in der Damisation das musikalische Beziehungsgeflecht der Töne sinnfällig abgebildet und kann unmittelbar affektiv wahrgenommen werden. Infolgedessen verkürzt sich nicht nur der Lernprozess, sondern es werden auch musikalische Zusammenhänge erhellt, die bisher im Dunkeln lagen.
Reinhard Pfundt
Musikstudium in Leipzig (Komposition, Klavier, Dirigieren, Musikpädagogik) und Berlin (Meisterschüler an der Akademie der Künste)
Freiberufliche Tätigkeit als Komponist von Orchester-, Kammer- und Vokalmusik, Pianist, Musiklehrer
1992 zum Professor für Komposition und Tonsatz an die Leipziger Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" berufen
Vorlesungen und Seminare zur Musiktheorie, Formenlehre und Methodik der elementaren Musiklehre
Musikpädagogik Musiktheorie Tonika-Do Do-re-mi Musik lernen Elementare Musikerziehung Solmisation