Niklas Fischer zeigt, wie die „Neue Rechte“ mit ihren Publikationen zentrale Konsense der NS-Aufarbeitung infrage stellt und versucht, das gesellschaftliche „Meinungsfenster“ im Sinne ihrer völkischen Ideologie zu verschieben.
Im Mittelpunkt stehen Erzählungen von „deutschen Opfern“, verlorener Identität und angeblicher „Überfremdung“, die als Folge einer vermeintlich linken Hegemonie gedeutet werden. Die Analyse arbeitet die Muster dieser metapolitischen Agitation heraus – von der Klage über die „Nazikeule“ bis zur Kritik am „Schuldkult“ – und macht die Funktion der geforderten „erinnerungspolitischen Wende“ sichtbar. Abschließend entwickelt Fischer Anregungen für einen reflektierten Umgang mit solchen Deutungskämpfen in Bildungsprozessen.
Niklas Fischer
Niklas Fischer ist seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte und Public History. Zuvor war er mehrere Jahre in der historisch-politischen
Bildung tätig, zuletzt als Geschäftsführer. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, wie Vergangenheit in der Gegenwart gedeutet und beansprucht wird.
Holocaust-Gedenken NS-Aufarbeitung Remigration Institut für Staatspolitik Schuldkult Nazikeule Rechtsexremismus