Dieses Buch mit integrierten Videos schildert Naturwunder. Warum Orchideen Sex mit Insekten haben und fleischfressende Pflanzen morden. Es begeistert durch seine Fotos.
Dieses multimediale Buch will den Artenschutz stärken und zeigt dies am Beispiel der gefährdeten heimischen Orchideen und des streng geschützten Sonnentaus. Diese Pflanzen sind Naturwunder. Mit faszinierenden Tricks sichern sie ihre Fortpflanzung und ihr Überleben.
Orchideen gelten als die Königinnen der Pflanzen, aber die bildschönen Königinnen sind zugleich Trickbetrügerinnen. Sie locken mit der Farbenpracht ihrer Blüten und mit Düften Insekten an, um ihre Bestäubung zu sichern.
Ein Drittel aller Orchideen täuscht die Insekten, indem sie ihnen die für die Bestäubung erwartete Gegengabe, den Nektar, vorenthalten. Die Raffinesse der Nektartäuscher wird von den Sexvortäuscherinnen noch übertroffen. Sie locken liebestolle Insektenmännchen an, indem sie mit dem Aussehen ihrer Blüten und dem Verströmen von Lockstoffen weibliche Insekten nachahmen. Sind die Insektenmännchen in diese Sexfalle gegangen, bekommen sie die Pollen angeheftet, die sie zu einer anderen Orchidee der gleichen Art tragen.
Reingelegt werden Insekten nicht nur durch die Sexfallen vieler Orchideen. Gefährlicher sind für sie die in der Sonne glitzernden Schleimtropfen (Fachbegriff „Tau“) des Rundblättrigen Sonnentaus. Haben sie sich in den klebrigen Fangarmen verfangen, gibt es kein Entkommen. Sie werden aufgefressen. Enzyme helfen dem Sonnentau, seine Opfer zu verdauen und Nährstoffe aufzunehmen, auf die er in den nährstoffarmen Mooren angewiesen ist. Er sichert sich sein Überleben, indem er Insekten tötet. Schon Charles Darwin war von diesen Täuscherpflanzen begeistert. Sie gehören zum schützenswerten Weltnaturerbe.
Bei zwei Moorwanderungen in der Eifel zum Sonnentau können Leser zu Tatortzeugen werden. Zu den Moorwanderungen gibt es ein Video von Eifel-Land-Leute bei YouTube. Das engagierte Naturschutzbuch zeigt, wie sich Bürger und Unternehmen für den Erhalt der Biodiversität engagieren können.
Rainer Nahrendorf
Rainer Nahrendorf war Schulsprecher eines Hamburger Gymnasiums. Er studierte politische Wissenschaften an der FU Berlin. Nach dem Examen als Diplompolitologe organisierte er zwei Wahlkämpfe in seiner Vaterstadt Hamburg und arbeitete als Assistent des Bankenpräsidenten Alwin Münchmeyer. 1972 wechselte er zum Handelsblatt. Der Redaktion gehörte er 34 Jahre an. Mehr als zwölf Jahre war er Chefredakteur. Heute arbeitet er als Buchautor. Bereits erschienen sind unter anderem: Der Unternehmer-Code; Die Chancengesellschaft; Wieviel Lüge verträgt die Politik?; Kalle und die Nachtjäger der Eifel; Geier Georg auf der Flucht; die Gauner der Lüfte; der Kormorankrieg und die schönsten Radtouren der Eifel Band I und II ( Mitautor H.-G. Boßmann) sowie Eifel-Das bedrohte Orchideenparadies.
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