Sprachgewaltig und mit dem umfassenden humanistischen Wissen geht es in den Vatikan.
Sprachgewaltig und mit dem umfassenden humanistischen Wissen eines Bildungsbürgers des 19. Jahrhunderts zeichnet Ludwig Huna ein monumentales Farbgemälde der italienischen Frührenaissance zur Zeit des Pontifikats des Borgia-Papstes Alexander VI. Einfühlsam und mit fundierter historischer Sachkenntnis läßt er vor diesem Hintergrund die anrührende, traurig-schöne, weil so tragisch endende Liebesgeschichte zwischen dem hochgebildeten, feinsinnigen Kardinal Giambattista Orsini (1450-1503), den Alexander VI. im Februar 1503 in der Engelsburg vergiften ließ und der schönen Tiziana de Calvi entstehen. Er entführt den Leser mit einer, wenn auch für die heutige Zeit ungewohnt blumigen Sprache, die Erotik prickelnd wie Sekt beschreibt ohne dabei in heutige Plattheiten zu verfallen, in eine Zeit großer, tief empfundener Gefühle und dramatischer Leidenschaften, in der Liebe und Tod geradezu zwangsläufig zusammengehören. Allerdings nimmt es der Autor mit der historischen Wahrheit nicht so genau.
Ludwig Huna
Ludwig Huna (* 18. Januar 1872 in Wien; † 28. November 1945 in St. Gallen in der Steiermark) war ein österreichischer Romancier und Dramatiker. 1906 trat er aus dem Heer aus. Nach einer Duellverweigerung ging er durch ehrenrätlichen Beschluss seiner Charge verlustig, wurde aber 1918 rehabilitiert. Huna hatte schon während seiner Militärzeit dramatische Arbeiten zu veröffentlichen begonnen, war aber damit nicht sonderlich erfolgreich. Erfolg erlangte er als Romancier.
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