Künstliche Intelligenz darf den Richter unterstützen, ihn aber nicht ersetzen – doch wo verläuft diese Grenze konkret? Aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts lässt sich eine richterliche Pflicht zur eigenverantwortlichen Aufgabenwahrnehmung ableiten. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele untersucht der Autor, wie der inhaltliche Einfluss algorithmischer und sonstiger fremder Erwägungen auf die Entscheidungsfindung mit der richterlichen Eigenverantwortung in Einklang zu bringen ist. Darauf aufbauend entwickelt die Arbeit ein Modell zur Abgrenzung zulässiger richterlicher Unterstützung von unzulässiger Ersetzung. Sie liefert damit Orientierung für Justiz, Gesetzgebung und Rechtswissenschaft in Zeiten wachsender Digitalisierung.
Moritz Köhler
Entscheidungsfindung Algorithmen Rechtsprechung Justiz Recht auf den gesetzlichen Richter Art. 92 GG Automatisierte Entscheidungen im Einzelfall Art. 22 DSGVO Mensch-Maschine-Interaktion Human in the Loop Decision-making Algorithms Jurisprudence Justice Right to a lawful judge