Immer wieder sind Wirtschaftsunternehmen bei ihrer grenzüberschreitenden Tätigkeit in Menschenrechtsverletzungen verstrickt. Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern unternehmerische Leitungspersonen in den einschlägigen Fällen nach Maßgabe des deutschen innerstaatlichen Strafrechts verantwortlich sind. Eingehend wird das Potenzial des Strafrechts in Bezug auf die Erfolgszurechnung entlang der globalen Wertschöpfungskette beleuchtet und in den Gesamtkontext eingeordnet. Insbesondere geht es um den Einfluss menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten auf den strafrechtlichen Sorgfaltsmaßstab, deren Rolle bei der Abgrenzung der Verantwortungsbereiche und die betriebsübergreifende Reichweite der strafrechtlichen Geschäftsherrenhaftung.
Michael S. Dinkel
Unternehmensstrafrecht menschenrechtliche Sorgfaltspflicht Geschäftsherrenhaftung Sorgfaltsmaßstab des Geschäftsleiters Aufsichtspflichten in globalen Wertschöpfungsketten Eigenverantwortlichkeitsprinzip Abgrenzung von Verantwortungsbereichen Drittzurechnung strafrechtliche Relevanz des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Corporate Criminal Law principal’s criminal liability director’s standard of care supervisory duties in global value chains principle of personal responsibility delimitation of spheres of responsibility