Eine kuriose Welt, in der Früchte und Blumen zu Gesichtern werden: Arcimboldos Bilder amüsieren und verblüffen, enthalten aber zugleich philosophische und politische Botschaften. Diese umfassende Sammlung entschlüsselt ihre vielschichtigen Ebenen mit Witz und Scharfsinn und lässt eine vergangene Epoche lebendig werden. Ein Fest für Kunstliebhaber.
Giuseppe Arcimboldo ist vor allem für seine ungewöhnlichen Kompositporträts bekannt, doch seine Fantasie reichte weit darüber hinaus. Schon in jungen Jahren war der gebürtige Lombarde als Gestalter von Glasfenstern, Tapisserien und Fresken tätig, bevor er an den habsburgischen Höfen in Wien und Prag zu einem geschätzten und vielseitigen Künstler avancierte.
Er war weit mehr als ein „bloßer“ Hofmaler: ein wahrer kreativer Tausendsassa, der auch Feste und Turniere entwarf, Marktstände gestaltete und am Aufbau der kaiserlichen Sammlungen seltener Kostbarkeiten und exotischer Tiere mitwirkte. Sein Werk verband politische und humorvolle Elemente mit einer naturgetreuen Bildsprache und wurde schon zu Lebzeiten vielfach kopiert.
Seine Hunderte von Zeichnungen umfassen Porträts, botanische und zoologische Studien und sogar Szenen aus der Seidenraupenzucht – und zeugen von seiner leidenschaftlichen Neugier auf Kunst und Natur. Er war ein Original und zugleich ganz ein Kind seiner Zeit. Seine Kunst verband Humor, symbolische Bildsprache und wissenschaftliche Strenge – ganz im Sinne der Renaissance mit ihrer Vorliebe für Rätsel, Illusion und Erkenntnis.
Zum 500. Geburtstag Arcimboldos erscheint mit diesem Band erstmals ein vollständiges Werkverzeichnis seines Schaffens. Das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung versammelt Gemälde, Fresken, Glasfenster, Tapisserien und fast 300 Zeichnungen – viele davon eigens neu fotografiert – und eröffnet einen neuen Blick auf sein Gesamtwerk. Katalog und Einführung räumen mit zahlreichen hartnäckigen Mythen auf und verorten den faszinierenden, humorvollen und einfallsreichen Künstler in seiner Zeit. Ein Mann, der aus genauer Beobachtung fantasievolle Bildwelten schuf: Botaniker, Hofunterhalter und Meister der optischen Täuschung in einem.
Thomas DaCosta Kaufmann
Thomas DaCosta Kaufmann is the Frederick Marquand Professor of Art and Archaeology at Princeton University. His work focuses on European art and architecture from 1500 to 1800 within a global context, as well as world art history, and the geography and historiography of art. He is a member of the Swedish, Polish, and Flemish Academies of Sciences and has received the Palacký Medal from the Czech Academy of Sciences, among other honors. The Technische Universität Dresden, the Masaryk University, Brno (Czech Republic) and the University of Lisbon have awarded him honorary doctorates. He has published 15 books that have been translated into a variety of languages, edited five more, and authored more than 250 articles and reviews; two additional books are currently in press.
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