Das Buch stellt eine neue Theorie zur Maltechnik von Hans von Mareés vor, die Basis hierfür bildet eine Rekonstruktion des seit 1945 verschollenen "Parisurteils" von Hans von Mareés.
Um die Maltechnik von Hans von Marées ranken sich noch immer zahlreiche Irrtümer und fälschlich aufgestellte Behauptungen, auch wenn die gröbsten Fehleinschätzungen, wie die völlig absurde Behauptung, Marées habe mit Teerfarben gearbeitet, eindeutig und unumstößlich ausgeräumt werden konnten. Leider gibt die Farbmaterie Marées immer wieder Anlass zu unangebrachten Mutmaßungen, welche sich wohl auch leider aufgrund des Umstandes, dass nur wenige seiner Gemälde gerade in Hinblick auf ihre genaue Bindemittelzusammensetzung untersucht und entsprechend publiziert worden sind, weiterhin hartnäckig halten können. Ein großes ungeklärtes Rätsel um Marées Maltechnik stellt nach wie vor die von Pidoll erstmals eingeführte „Firnisölfarbe“ dar, über deren Zusammensetzung und genaue Anwendung sowohl er, als auch die Untersuchungen Sonnenburgs 1986, keine tatsächlich konkreten Hinweise liefern konnten.
Eine echte Überraschung erlebte ich dann während der praktischen Arbeit an meiner Rekonstruktion des seit 1945 verschollenen „Urteils des Paris“ (ehemals Alte Nationalgalerie Berlin), welches heute nur noch in Schwarz-Weiß-Abbildungen existiert. In dem Buch möchte ich meine neuen aus dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse; im speziellen meine neue These, dass nahezu alle Bilder der Spätphase bei Marées praktisch reine Temperagemälde sind und nicht wie bisher angenommen, weiter mit anderen Medien überarbeitet wurden. Meinen Versuchen zufolge handelt es sich bei der gesamten Farbmaterie um Eigelbtempera, welche in eine Vielzahl noch feuchter Firnisschichten gemalt wurde. Ich bin zudem zu dem Schluss gekommen, dass die Technik, die Marées angewendet hat, keinesfalls, wie ebenfalls oft behauptet wurde, von technischem Unwissen zeugt – ich glaube, das exakte Gegenteil ist der Fall. Es handelt sich um ein ganz eigenes Verfahren der Temperamalerei, welches Marées speziell für seine Bedürfnisse entwickelt hat, welches als solches in seiner Tragweite aber noch gar nicht erkannt wurde.
Jonas Vincent Ritter
Ich wurde am 20.07. 1994 in Bamberg geboren. Ich bin freischaffender Maler und Tänzer.
Entscheidend geprägt hat mich Nietzsches Konzept der „Ewigen Wiederkunft“, die Transpersonale Psychologie von Stanislav Grof und die Frage nach dem Ursprung des Universums, das ich als einen ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt verstehe. Selbst würde ich meine Kunst als eine besondere Form des Aneignungsprozesses menschlicher Grundfragen des Seins nennen.
In aktuellen Werken beschäftigen mich vor allem das „Anthropische Prinzip“, die Frage der „Initialemergenz“ des Kosmos und die Frage, woraus Raum und Zeit emergiert sein könnten, oder aber, ob Zeit, Raum und kausale Wirkungsketten nicht ein menschliches Konstrukt darstellen. Zentrale Begriffe meines Werks sind Zyklus, Prozess und Transgression.
Hans von Mareés Maltechnik Kunstechnologische Forschung Maltechnische Forschung Alte Nationalgalerie Berlin Deutschrömer