Die Überlebensversuche eines Zeitgenossen von Alexander Puschkin (1799-1839) während seiner Haft in unterschiedlichen Festungen und in sibirischer Verbannung.
Am Lyzeum waren sie nicht immer ein Herz und eine Seele - die Nachwelt verbindet mit ihren Namen dennoch eine lebenslange Freundschaft. Monsieur "Ungeschick" könnte man Wilhelm Küchelbecker nennen, einen etwas zu lang geratenen jungen Mann, dessen Traumwelt 1826 platzte, als er wegen seiner Beteiligung am Dekabristen-Aufstand am 14. Dezember 1825 verhaftet wurde. Er verkörpert - gerade durch seine Tragik - jene junge Generation, die nach dem Sieg über Napoleon ein neues Russland erbauen wollte, zumindest eine konstitutionelle Monarchie. Dabei wollten sie die Leibeigenschaft und den Analphabetismus abschaffen, um auch in Zukunft als Staat in Europa den Ton angeben zu können. Der Putschversuch misslang, 5 maßgeblich Beteiligte wurden hingerichtet, viele degradiert und zu langen Strafen verurteilt. Nikolai I., der neue Herrscher des russischen Imperiums, wollte, daß diese Menschen in Vergessenheit geraten. Er hatte dabei wohl nicht mit der hohen Schreibkultur gerechnet, die bei der intellektuellen Jugend Russlands, zumal Absolventen des Lyzeums und anderer vortrefflicher Bildungseinrichtungen, Wurzeln geschlagen hatte. Auch Wilhelm Küchelbecker griff immer wieder zur Feder, um der Festung zumindest geistig zu entfliehen. Wie er dies tat, davon möchte ich in diesem Buch erzählen. J. Winsmann
Joachim Winsmann
Nach Studium in Moskau und Abschluss eines Studiums an der Fach(hoch)schule für Buchhändler in Leipzig arbeitete ich u.a. als PR-Manager beim Verlag Ph. Reclam in Leipzig, war Abteilungsleiter am Franz-Mehring-Haus und vertrat ab 1982 den VEB Verlag der Kunst/Dresden. Ich übernahm ab 1985 die Buchhandlung A. Koehler in Dresden, gründete Im März 1990 den Initiativausschuss deutscher Buchhändler und wirkte bis 1992 im Vorstand des Landesverbandes SaSaThü (Buchhandel/Verlage). Im Jahr 2000 wurde ich GUS-Fachberater und betätige mich seit 2002 als Übersetzer all jener Texte, die ich 30 Jahre lang hegte, um sie unter dem Label "Köhlerbuch" zu publizieren - auch, um die Erinnerung an die Firma A. Köhler wach zu halten. Von 2003 bis 2012 war ich Mitglied der Deutschen Puschkingesellschaft.
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