Der innere Kampf, den die Protagonistinnen des kleinen Werks führen, beginnt mit dem Ende ihrer bis dahin geradlinig verlaufenden Biografien.
Der innere Kampf, den die Protagonistinnen des kleinen Werks führen, beginnt mit dem Ende ihrer bis dahin geradlinig verlaufenden Biografien. Wenn Esther Goldfarb sich zu Assja Iwanowa wandelt, offenbart sich die Tragödie ihres Lebens nicht in ihrer Liebe zu dem jüdischen Intellektuellen und Schriftsteller Hermann, sondern in der Ehe mit dem NKWD-Offizier Grigori Iwanow. In der Novelle kreuzen sich tragisch differierende Schicksalslinien auf einer verschneiten, heruntergekommenen Bahnstation in unmittelbarer Nähe zur deutsch-sowjetischen Front des Zweiten Weltkriegs. Mit ihrem Werk ist die Autorin dem menschlichen Einzelschicksal inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen jener Epoche auf der Spur.
Vera Hacken
Vera Hacken wurde 1912 in Odessa geboren. 1921 flohen die Eltern ins rumänisch-bessarabische Lipkany und übersiedelten im Jahr darauf nach Czernowitz. Vera Hacken absolvierte eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und unterrichtete Kinder am Klavier. In den späten Dreißigern führte sie in Czernowitz einen literarischen Salon und arbeitete als Regisseurin an Revuetheatern in Czernowitz und Bukarest. 1940 setzte sie sich zusammen mit ihrem Mann, dem Kinderarzt Emanuel Hacken, in die Sowjetunion ab, nach dem Krieg in die amerikanische Besatzungszone. 1951 wanderte sie zusammen mit ihrem Mann und ihren Eltern in die USA aus. Sie schrieb Geschichten, Gedichte, Essays und Memoiren. Vera Hacken starb 1988 in Englewood, New Jersey.
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