– BEIM SEHEN MUß MAN ZUSEHEN, BEIM HÖREN ZUHÖREN, BEIM LESEN NACHLESEN UND -DENKEN, BEIM SCHWEIGEN UND SPRECHEN VORAUSDENKEN, BEIM SCHREIBEN NACHDENKEN –
Deutsch als Muttersprache – Deutsch als Zweitsprache – Deutsch als Fremdsprache – Deutsch als mißverstandene Muttersprache, Zweit- oder Fremdsprache: Ist Deutsch etwa die Wurzel des „Doktor Hoffender“, also des „Esperanto“?! Die Beatles schrieben mit „Let it be“ 1970 Geschichte und damit auch ein unerwartetes Mißverständnis, wird der Titel seither als „Laß es geschehen“ falsch übersetzt, hieße dies doch im Englischen „Let it happen“ und gerade davon verstehen Deutsche überhaupt nichts, wollen sie doch so ziemlich Alles verhindern. Der kleine, größenaffine Deutsche bezieht zwar Alles(!) immer auf sich, doch auch Das(!) nicht auf sich selbst, sondern nur auf sein Tun, das hauptsächlich der vorsichtig klugen Vernunft der Unterlassung, sprich klammheimlichen Feigheit entspringt: „Let it be“ im Sinne von „Laß es: Dein Ansinnen bleiben“, d. h. „Mache nichts“ (– statt „Macht nichts“!). Nun „Let it be“ im Bewußtsein des McCartney 1970 ff meint „Laß ‚Es‘ in Ruhe“ und dieses ‚Es‘ bezeichnet das betrachtete Objekt auch aus Sicht des deutschen Subjekts im Satzgefüge des Subjekts – Prädikats – Objekts: Ich akzeptiere ‚Es‘ … – so wie ‚Es ist‘ und ‚Es beliebt zu sein‘. Mit anderen Worten: Ich lasse ‚Es(!) am Leben‘. ‚Es‘ waren im 2. Weltkrieg leider viele Menschen aus Sicht der Deutschen nicht! Man lege die alte Scheibe „Let it be“ noch einmal auf(!) und mache sich nunmehr Gedanken, wie sehr man sein eigenes Leben mißverstanden hat – sonst hätte es auch keine "Mittlebenskrisis oder -Thesis" gegeben … – wieviel Jahre bleiben mir nun noch ‚to be‘ or ‚not to be‘(?): Der Anspruch, eine Sprache perfekt sprechen zu wollen und die Vermutung sie perfekt zu sprechen ist ebenso wenig haltbar geschweige denn effizient, wie die Versuchung ein perfekter Mensch werden und sein zu wollen. Der tiefe Anspruch des Daseins und zugleich Sprachbewußtseins führt nicht um das Selbstverständliche menschlicher Existenz und Subsistenz herum, sondern durch Beides hindurch.
Norman Bool
Ich interessiere mich für Sprachen im Sinne der Vielfalt des Denkens, Sprechens und Tuns, genauer gesagt für eine bestimmte Sprache, von der ich mit jeder neuen Erkenntnis umso weniger zu wissen scheine, sie rechtmäßig bzw. richtig handzuhaben. Obgleich sie doch meine Muttersprache ist, bzw. hätte sein wollen und sollen, ist sie mir ein Leben lang zur Fremdsprache geraten. Die „Rechtschreibung und -Sprechung“ dieser Sprache sollte nicht ihr eigenes Rätsel bis zur absoluten Unverständlichkeit hin weiterentwickeln sollen und dürfen oder das schlichte Eingeständnis wagen, im Prinzip ein reines Glaubensbekenntnis in gemeiner, labyrinthischer Vielfalt (gewesen) zu sein. Ich bin der Vogel und die Perspektive mich hieraus zu befreien.
DEUTSCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE SPRACHKRITIK „KASPAR“ ALPHABETISIERUNG AUFKLÄRUNG PHILOSOPHIE