Der Grundton dieser Texte ist heiter, von Ironie durchsetzt. Die Eigenarten menschlicher Existenzen werden überspitzt ins Visier genommen. Wir erleben das Straucheln der eifrig Strebenden.
Das Kneipeninnere scheint im gelben Saft der Gerste zu schwimmen. Barhocker, Tresen, Thekenpersonal… All die Leute hier schaukeln im Schwenken seines Glases. Schaumreste und Bläschen kleben an den torkelnden Kneipenbesuchern. Sie haben sich auf den Kopf gestellt. Verrücktes Volk! Eine Welt biegt und dehnt sich in der Optik seines Bierglases. Ein Monokel der Weltverdrehung, ein Sichtgerät der Raumkrümmung und Verzerrung. Alles steht auf dem Kopf und biegt sich im Rund des Glases.
Volker Bunse
Volker Bunse wurde 1971 in Brilon (Hochsauerland) geboren und gelangte im Anschluss an Abitur und Zivildienst nach Siegen, um dort die Fächer Germanistik und Philosophie zu studieren. Heute arbeitet er als Lehrer. Er lebt mit seiner Familie in Freudenberg.
In seiner Freizeit widmet er sich oft dem Schreiben, vornehmlich der Prosa, gelegentlich entstehen auch Gedichte. Seine Texte balancieren zwischen der Komik des Alltags und der Tragik menschlichen Scheiterns. Trotz unterschiedlicher Formen und Themen ist den Texten häufig ein novellenartiger Charakter gemeinsam, bei dem das Vertraute in veränderte und ungewohnte Perspektiven gerückt wird. Manche Erzählungen bedienen sich des Märchenhaften und Surrealen, um darunterliegenden Wahrheiten nachzuspüren.
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