Die alltäglichen Phänomene der Macht können spektakulär, direkt oder unscheinbar sein, immer jedoch sind sie ambivalent: Macht stiftet Normalität, indem sie einen Rahmen etabliert, der zugleich Freiheiten nimmt und Sicherheiten gewährt. Macht ist andererseits stets umkämpft. Die Normalität muss ständig neu verhandelt werden - in Machtkämpfen, die das Universum unterschwelliger Spannungen und Konflikte sichtbar machen, das jedem auch noch so stabil erscheinenden Status quo einer Gesellschaft zugrunde liegt. Die Verwobenheit von Macht und Normalität steht im Zentrum der Arbeiten von Rainer Paris. In seinen Aufsätzen zeigt er sich als sorgfältiger Beobachter der sozialen Wirklichkeit, der die Prozesse und Strukturen der Macht in ihrer allgemeinen Grammatik wie auch in ganz alltäglichen Situationen, sei es beim Warten auf einem Amtsflur oder beim Halten einer Festrede, aufdeckt und analysiert.
Rainer Paris
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