Multiplayer Online Games als situierte Lernumgebung in der Ingenieurausbildung für die örtlich und zeitlich verteilten Lernteams des lebenslangen Lernens.
Ingenieure entwerfen und entwickeln komplexe Systeme. Dafür benötigen sie nicht nur umfangreiches Fachwissen, sondern auch die Fähigkeiten, um es kreativ und im Team anzuwenden. Problembasiertes Lernen ist der Schlüssel, um diese Anforderungen bei angehenden Ingenieuren zu entwickeln. Für Lehrende ist es jedoch aufwendig die notwendigen, komplexen Probleme zu entwickeln und die Lernenden zu betreuen. Die heutige Erwartung der Lernenden ihre Fähigkeiten im Berufsleben örtlich und zeitlich unabhängig weiterzuentwickeln, erschwert das zusätzlich. Konventionelle Lernplattformen sind dafür ungeeignet.
Dem gegenüber zeigen die virtuellen Welten von Multiplayer Online Games, wie Teams von Spielern sehr komplexe und motivierende Probleme in einer zeitlich und örtlich unabhängigen Umgebung selbständig und mit wissenschaftlichen Verhaltensweisen lösen. Wie lassen sich die Vorteile einer solchen Umgebung auf einen fachlichen Kontext übertragen?
Am Beispiel der Bauphysik zeigt der Autor, wie sich komplexe, fachliche Probleme und Situationen für heterogene Spielergruppen erzeugen lassen. Er entwickelt ein Problemmodell, um fachliche, bauphysikalische Situationen zu erzeugen. Aus dem Multiplayer Online Game EVE Online leitet er Designprinzipien einer örtlich und zeitlich flexiblen, situierten Lernumgebung ab. Problemmodell und Designprinzipien verknüpft er und zeigt wie sich daraus komplexe, fachbezogene Problemsituationen entwickeln, indem Spieler mit unterschiedlichen Zielen und Fähigkeiten mit- und gegeneinander spielen.
Thomas Bröker
Thomas Bröker ist promovierter Ingenieur und fördert als Berater für Arbeits- & Lernprozesse die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch in Projektteams. Als Dozent lehrt er seit über 10 Jahren im Fachbereich Bauphysik.
Bereits im Studium arbeitete er mit den neuen Medien und setzte sie zur Wissensvermittlung ein. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bauhaus-Universität Weimar entwickelte er im Projektteam eLearning Bauphysik den gleichnamigen, weiterbildenden Studiengang.
Aufbauend auf dem Studiengang leitete er ein Forschungsprojekt zu spielbasiertem Lernen. Er entwickelte Grundlagen und Prototypen für ein Multiplayer Online Game, um örtlich und zeitlich verteilten Teams praxisnahes Lernen zu ermöglichen und die aufwendige Entwicklung problembasierter Lernszenarien zu vereinfachen.
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