Seit 1975 gab es weltweit fünfunddreißig Tötungsserien in Kliniken und Heimen. In mehr als dreihundert Fällen konnte nachgewiesen werden, dass Ärzte oder Pflegepersonal die Mörder waren.
Der Patient eines Berliner Pflegedienstes stirbt an einer Überdosis Insulin. Wie konnte das passieren? Eine Verwechslung der Insuline? Oder war da Absicht im Spiel? Kurz darauf stirbt ein weiterer Patient. Und schon bald ist von serieller Patiententötung die Rede.
Kerstin Grusig arbeitet nach fast zwanzig Jahren Pause wieder als Krankenschwester. Von Selbstzweifeln geplagt schlittert sie durch ihren neuen Berufsalltag, verliert Morphiumtabletten, sucht nach sicheren Todeszeichen an leblosen Menschen und berät anarchistische Diabetiker. Da sie zwei der Toten als letzte versorgt hat, gerät sie ins Visier der Polizei.
Die Arbeit in der ambulanten Pflege in Kreuzberg und Neukölln eröffnet den Blick auf ein illustres Panoptikum. Dort, wo es gerade tausende Touristen hinzieht, leben nicht nur hippe Jungberliner, sondern auch die alten, pflegebedüftigen Migranten der ersten Stunde, an multibler Sklerose erkrankte Philosophen und halluzinierende Frauen, die Kätzchen und sonstige Tiere in ihrer Wohnung zu sehen glauben.
Sabine Drangsal
Berlinerin seit 1987, studierte Germanistik, gelernte Krankenschwester, erzählt in ihrem Krimi ihre Erfahrungen, die sie selbst während zweier Jahre in der ambulanten Pflege in Kreuzberg/Neukölln gemacht hat.
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