Alexandra Haas Haas Hexen und Herrschaftspolitik

Hexen und Herrschaftspolitik

von Alexandra Haas

Die Reichsgrafen von Oettingen und ihr Umgang mit den Hexenprozessen im Vergleich

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Beschreibung

Die schwäbische Grafschaft Oettingen ist eine der kleinen Landesherrschaften im Flickenteppich des Alten Reiches. Diesen Herrschaften wird oft eine willkürliche Handhabung der frühneuzeitlichen Hexenjustiz unterstellt. Alexandra Haas erfasst alle circa 300 Hexenprozesse in der Gesamtgrafschaft Oettingen von 1503 bis 1773 und fragt: Wie gingen die Grafen und ihre Regierungsbeamten mit der Hexerei als Strafdelikt um? Von welchen Kräften wurden sie beeinflusst? Welche Konflikte und Kooperationen gab es mit anderen Landesherrschaften? Der Vergleich der Hexenjustiz der beiden Familienzweige des Hauses Oettingen zeigt zentrale Unterschiede: Während die katholische Linie Oettingen-Wallerstein exzessiv Hexen verfolgte, stand die lutherische Linie Oettingen-Oettingen den Hexenprozessen skeptisch gegenüber. https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1107

Autor*in

Alexandra Haas
Dr. Alexandra Haas. Geboren 1979 in Leonberg. Studium: Geschichtswissenschaft und Germanistik in Tübingen; Promotion in Saarbrücken. Archivarin im Kreisarchiv Esslingen.

Themen in »Hexen und Herrschaftspolitik«

Nördlingen Hexenverfolgung Oettingen Württenberg Bayern Wallerstein

Stimmen zu »Hexen und Herrschaftspolitik«

In der Frühen Neuzeit wurden Hexen auf der ganzen Welt verfolgt. Auch in der Grafschaft Oettingen wurde den vermeintlichen Hexen vom 15. bis ins 18. Jahrhundert der Prozess gemacht. Wie es so weit kommen konnte, erläutert Alexandra Haas. Waren die Oettinger wirklich Hexenverfolger? Oder zählten sie eher zu den Gegnern der Prozesse? Wie konnte es zu 227 Todesopfern durch Hexenverfolgungen kommen? Die Hexenverfolgungen fanden in Schüben statt. Ihren Höhepunkt erreichten sie in den Jahren 1627 bis 1631. In dieser Zeit mussten 167 Hexen auf Burg Wallerstein mit ihrem Leben büßen. Johann Albrecht Graf von Oettingen-Spielberg sah »in der Hexerei eines der schändlichsten Verbrechen auf Erden«, während das Haus Oettingen-Oettingen zu den Skeptikern der Hexenverfolgung zählte. Nichtsdestotrotz wurden die Bann- und Hinrichtungsbriefe aber von den Grafen beider Häuser unterzeichnet. Ein Widerspruch, der vor allem auf die damaligen Machtverhältnisse zurückzuführen ist. Laut oettingischen Hausvertrag wurde die Blutgerichtsbarkeit gemeinsam ausgeführt. Auf der Burg Wallerstein wurde ein spezieller Hexenkommissar in Dienst gestellt. Die Seite Oettingen-Oettingen war von dessen Art der Prozessführung nicht überzeugt. Sie intervenierte in Verfahren, soweit es ihr möglich schien. Dennoch trug sie gegen ihre Überzeugung aus außenpolitischen Gründen die Todesurteile mit. Hätte Alexandra Haas die Ausgangsfrage ihrer Arbeit mit einem einfachen »Ja« oder »Nein« beantwortet, wäre das Buch über die Grafen von Oettingen und deren Umgang mit den Hexenprozessen wohl nur halb so interessant. Leonie Junghanns, in: Rieser Nachrichten, 24.4.2018 https://www.augsburger-allgemeine.de/noerdlingen/Spielball-der-Interessen-id50938881.html
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Details

ISBN: 9783739511078
Verlag: Aschendorff
Erscheinung: 27.04.2018

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