Der Essay möchte ergründen, wie und warum der Islamismus zu einer globalen Bedrohung anwachsen konnte. Der weltweite Islamismus wurde nach dem 11. September nur kaum angemessen verarbeitet und erklärt. Die USA und die gesamte Weltbevölkerung...
Diese Schrift möchte ergründen, wie und warum der Islamismus zu einer globalen Bedrohung anwachsen konnte.
Der weltweite Islamismus wurde nach dem 11. September nur kaum angemessen verarbeitet und erklärt. Die USA und die gesamte Weltbevölkerung sind mit diesem historischen Ereignis und seinen Folgen nur wenig ins Reine gekommen. Stattdessen werden alle Energien auf die militärische Bekämpfung des Islamismus gerichtet. Und nationalstaatlich sowie weltweit boomt die Unterhaltungs- und Konsumindustrie als Ablenkung von den dringenden globalen Problemen wie dem Islamismus. Die eigenen Verantwortlichkeiten der USA und des Westens werden ausgeblendet. Die Islamisten werden für diese globalen Bedrohungen verantwortlich gemacht. Ohne sie gäbe es keine Probleme. Sie alleine seien schuld, da sie die Anschläge vom 11. September verübt hatten. Die Islamisten hätten also angefangen. Die Islamisten ihrerseits verteufeln den Westen und die USA. Diese seien Schuld an den weltweiten Problemen. Dies zeigt, wie sehr die gesamte Menschheit in einem Teufelskreis verstrickt ist. Wir drehen uns im Kreis und uns wird schwindelig. Wir fühlen uns massiv überfordert.
Dies wird aber von den politischen und wirtschaftlichen Eliten nicht zugegeben.
Beim weltweiten Islamismus handelt es sich vielmehr um Probleme des Zusammenlebens auf allen Ebenen der Menschheit. Es sind Beziehungs- und Abhängigkeitsprobleme. Im Zentrum dieser Auseinandersetzungen liegen die Macht- und Status bzw. Überlebenskämpfe der Menschheit. Der Umgang mit den Veränderungen der Macht- und Statusverhältnisse bestimmt über die Gewaltandrohung- und Anwendung.
Zuletzt werden einige Lösungsvorschläge unterbreitet.
Kenan Örs
Als deutsch-türkischer Sozialwissenschaftler ist der Autor Kenan Örs seit der Jugend an interkulturellem und interreligiösem Austausch interessiert. Zusammen mit einer Gymnasiallehrerin gründete er in den frühen 1990 er Jahren einen internationalen Kulturtreff. Gemeinsames Lernen und Lehren ist seither der rote Faden seines beruflichen und privaten Lebens. All dies soll dem Zweck dienen, zum Frieden und zur Freude zwischen den Völkern beizutragen.