Hans Potuzak Potuzak Das Clavichord, dieses einsame, melancholische, unaussprechlich suesze Instrument

Das Clavichord, dieses einsame, melancholische, unaussprechlich suesze Instrument

von Hans Potuzak

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Beschreibung

An Hand von historischen Zitaten wird gezeigt, welche überragende Bedeutung das Clavichord in der Musik des 15. bis 18. Jahrhunderts gespielt hat.
Es soll die überragende Bedeutung des Clavichords in der Musik des 15. bis 18. Jahrhunderts dargelegt werden. Dieses Instrument war von Carl Philipp Emanuel Bach über alle Maßen geschätzt. In seiner Abhandlung «Versuch über die wahre Art, das Clavier zu spielen» von 1753 (1. Teil) und 1762 (2. Teil) beschreibt er es als Instrument, das sowohl dem Cembalo als auch dem Fortepiano (einem frühen Vorläufer des heutigen Klaviers) im Klang weit überlegen sei. Der Grund dafür ist, dass es sich um das einzige Tasteninstrument handelt, bei dem die Qualität des Tons auch nach dem Anschlag beeinflusst werden kann. So lässt sich durch eine leichte, periodische Veränderung des Fingerdrucks auf der Taste ein für das Instrument charakteristisches Vibrato erzeugen, das als «Bebung» bezeichnet wird. Auch das «Tragen der Töne» eine glissandoartige Verbindung zweier oder mehrerer aufeinander folgender Töne ist nur auf diesem Tasteninstrument möglich. Christian Friedrich Daniel Schubart charakterisiert das Clavichord in seinen 1806 in Wien erschienenen «Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst» als «einsames, melancholisches, unaussprechlich süßes Instrument» und kommt damit dem charakteristisch leisen, singenden Klang des Clavichords sehr nahe. Auch Daniel Gottlob Türk hebt in seiner «Klavierschule» von 1789 die Vorzüge dieses Instruments hervor. Aber auch Komponisten der Wiener Klassik haben Clavichorde besessen und verwendet. So hat etwa Wolfgang Amadeus Mozart zwei socher Instrumente besessen. Auf einem bundfreien Instrument wurde ein Zettel mit der Handschrift Mozarts Frau Constanze gefunden, aus welcher hervorgeht, dass der Komponist dieses Instrument für die Komposition der «Zauberflöte», «La Clemenza di Tito» und das Requiem benutzt hat.

Autor*in

Hans Potuzak
Der Autor hat ein bewegtes Berufsleben in Naturwissenschaft und Technik hinter sich. Im Ruhestand begann er ein Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien, das er fortan mit stetig wachsendem Eifer verfolgt. Daneben nimmt er Privatunterricht für Clavichord.

Themen in »Das Clavichord, dieses einsame, melancholische, unaussprechlich suesze Instrument«

Barock Bebung Carl Philipp Emanuel Bach Christian Friedrich Daniel Schubart Clavichord Claviermusik Guido von Arezzo Renaissance Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen historische Tasteninstrumente

Stimmen zu »Das Clavichord, dieses einsame, melancholische, unaussprechlich suesze Instrument«

Details

ISBN: 9783737589758
Verlag: epubli
Erscheinung: 19.02.2016

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