Im Spätherbst des Jahres 1941 ermorden die SS und ihre Helfer über 27000 Juden im Wald von Rumbula. Die Gruben, in denen die Menschen erschossen werden, konstruiert der SS-Offizier Ernst Hemicker. Verurteilt wird er dafür nie. Lorenz Hemicker wächst Jahrzehnte später mit einer vagen Ahnung auf, welches Verbrechens sich sein Großvater schuldig gemacht hat. Er kennt nur ein paar Sätze, die sein Vater bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Freundes- und Bekanntenkreis wiederholt. Als beide nach Lettland reisen wollen, um mehr über die Taten von Ernst Hemicker zu erfahren, stirbt der Vater unerwartet. Für Lorenz Hemicker wird diese Zäsur der Beginn einer jahrelangen Suche nach den Spuren seines Großvaters. Sie führt ihn an den Ort des Massakers, zu Überlebenden des Holocaust in Riga und in die Tiefen deutscher Weltkriegsarchive. Dabei entsteht das Bild eines Mannes, der – wie viele andere mit ihm – vom Jedermann zum Täter wird und dessen Taten seinen Sohn und seinen Enkel noch lange über seinen Tod hinaus wie ein Schatten begleiten.
Eine bewegende, fesselnd erzählte Recherche – mitten hinein ins Herz der Fragen von deutscher Schuld und dem Wissen darum in den Familien.
Ein bewegendes Buch über die Frage, wie man zum Täter wird – und wie ein Verbrechen eine Familie bis in die Generation der Enkel hinein prägt. Zum 80. Jahrestag des Kriegsendes im Frühjahr 2025.
Lorenz Hemicker folgt den Spuren seines Großvaters, der als Mitglied der SS an einem der größten Massaker an europäischen Juden beteiligt war.
Eine ganz persönliche Erforschung der deutschen Geschichte vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit, ein Porträt einer Familie und zugleich einer ganzen Gesellschaft.
Ein wichtiges, aktuelles Thema in Zeiten, in denen die Vergangenheit ins Vergessen gerät, die letzten Zeitzeugen sterben. Lorenz Hemicker ist zum Ort des Massakers gereist, hat mit Überlebenden des Holocaust gesprochen.
Lorenz Hemicker
Lorenz Hemicker wurde 1978 in Gummersbach geboren und ist im Sauerland aufgewachsen. In Aachen studierte er zunächst Architektur, dann Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Von 2008 bis 2014 war er Chef vom Dienst des sicherheitspolitischen Magazins «Loyal». 2014 wechselte er zur «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und schrieb seit 2017 in der Politikredaktion. Seit Juli 2023 ist er Chef vom Dienst von FAZ.NET.
Sachbuch Geschichte Biografie Gesellschaft Zweiter Weltkrieg Holocaust Aufarbeitung Familiengeschichte Täterschaft Generationentrauma Reportage über NS-Verbrecher Erinnerungskultur Kriegstrauma Spurensuche in der Familie Kriegsverbrechen Nationalsozialismus
Eine eindrucksvoll erzählte, berührende Recherche, die sich mutig den Fragen nach deutscher Schuld und familiärem Wissen stellt.
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Dürfte in seiner schonungslosen Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit zu den besten Arbeiten dieses Sujets gehören.
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Es gibt Momente größter Intensität in Hemickers Erzählung ... Ein notwendiges, ein wichtiges Buch.
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