Helmut Lethen Lethen Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug

Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug

von Helmut Lethen

Erinnerungen

EUR 24,00

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Beschreibung

Die Angst vor den Bomben, eine Kindheit im Krieg – damit beginnen Helmut Lethens Erinnerungen, die durch mehr als sieben Jahrzehnte bundesdeutscher Geschichte führen: der Schock, als er mit achtzehn Jahren in Alain Resnais’ Film «Nacht und Nebel» zum ersten Mal mit dem Holocaust konfrontiert ist. Das Gefühl der Befreiung, als er vom biederen Bonn in das viel liberalere Amsterdam zieht, um dort zu studieren. Schließlich das von Aufruhr und Protest aufgewühlte Berlin: Hier demonstriert Lethen 1967 gegen den Besuch des Schahs, und bald agitiert er als Sprecher der Kampagne für ein Kinderkrankenhaus in Kreuzberg an vorderster Front. Die maoistische K-Gruppe schließt Lethen wegen «Versöhnlertums» aus, dennoch trifft ihn der «Radikalenerlass», das Berufsverbot in Deutschland – das sich als unfreiwillige Chance erweist: In den Niederlanden schreibt Lethen die «Verhaltenslehren der Kälte», in denen er das Verhältnis von Geist und Politik im 20. Jahrhundert auf ganz neue und bis heute aktuelle Weise ausgeleuchtet hat.

Helmut Lethen berichtet in seiner Autobiographie, was ihn geprägt hat: von politischen und denkerischen Experimenten, von Weggefährten sowie Ideengebern wie Adorno und Enzensberger. Ein Entwicklungsroman der Bundesrepublik – wie ihn nur noch wenige Intellektuelle zu erzählen vermögen.


Helmut Lethen, einer der renommiertesten Kulturwissenschaftler und Intellektuellen in Deutschland, erzählt sein Leben – und zugleich mehr als ein halbes Jahrhundert deutscher Zeit- und Geistesgeschichte.

Lethens Bücher haben Maßstäbe gesetzt: Die «Verhaltenslehren der Kälte» gelten als «Kultbuch» (SZ); «Der Schatten des Fotografen» wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Es gibt Memoiren, die nicht nur ein Leben nachzeichnen, sondern auch einen einzigartigen Zugang zur erzählten Zeit gewähren – man denke an Karl Heinz Bohrers «Granatsplitter», «Ich nicht» von Joachim Fest oder die Erinnerungen von Peter Wapnewski. In dieser Reihe steht Helmut Lethens literarisch glänzende Autobiographie.



Autor*in

Helmut Lethen
Helmut Lethen, geboren 1939, lehrte von 1977 bis 1996 an der Universität Utrecht, anschließend übernahm er den Lehrstuhl für Neueste Deutsche Literatur in Rostock. Von 2007 bis 2016 leitete er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Sein Buch «Verhaltenslehren der Kälte» (1994) gilt als Standardwerk, «Der Schatten des Fotografen» (2014) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die vielbeachtete Autobiographie «Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug» (2020) und «Der Sommer des Großinquisitors. Über die Faszination des Bösen» (2022).

Themen in »Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug«

Zweiter Weltkrieg Bombenkrieg Nachkriegsdeutschland Bundesrepublik Holocaust Studentenrevolte Kapitalismuskritik K-Gruppen Kulturwissenschaft Intellektuelle politische und kulturelle Debatten

Stimmen zu »Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug«

Ein faszinierendes Buch ... eine im besten Sinn zeitgenössische Autobiographie.
Stephan Wackwitz ()

Lethen gehört nicht zu den Kalten und Schlauen, sondern zu den Klugen und Mitfühlenden. Seine Autobiografie zeigt, wie sich jemand mit unermüdlicher Denklust durch die Epochen bewegt.
Wolfgang Schneider ()

Die berührende Autobiografie eines gelernten und gelehrten 68ers.
Marc Reichwein ()

Entwaffnend und persönlich ... Lethen ist der seltene Intellektuelle, der die Welt, auch seine eigene, lieber mit Fragen als unverrückbaren Antworten bedenkt.
Marc Reichwein ()

Ein unabhängiger Geist ... Helmut Lethens Autobiographie ist ein eindrücklicher Beleg eben dafür.
()

Es ist die leise Selbstironie, die Helmut Lethens Rückbesinnung auf sein bewegtes politisches Leben zum Lesegenuss macht.
Harry Nutt ()

Man liest dieses sowieso kluge Buch mit dem meisten Gewinn, wenn Lethen sein Denken in Sätze bringt, er seine Entwicklung zu verstehen versucht.
Gerrit Bartels ()

Helmut Lethen hat die deutschen Geistes- und Kulturwissenschaften mitgeprägt. In seiner Autobiografie blickt er auf sein Leben zurück – und zeichnet dabei auch die Entwicklungen der Bundesrepublik nach.
Thomas Wagner ()

Helmut Lethens Lebenserinnerungen lesen sich wie die Autobiographie einer Generation ... Das Buch ist das alles, aber vor allem ein echter Bildungsroman.
Willi Winkler ()

Mindestens so faszinierend wie seine Schriften sind Helmut Lethens Lebensstationen.
()

Was Buch und Autor herausragen lässt, ist nicht das Zusammensetzen der Puzzlesteine eines bewegten Lebens, sondern der immer wieder eingestreute Versuch, auch genau darüber nachzudenken.
Lukas Wieselberg ()

Ein subtiler Abenteurer – in der jungen Bundesrepublik Soldat, dann Rebell in West-Berlin, es folgt ein langes Exil in Holland. Lethen hat genug gesehen und erlebt – wer könnte besser erzählen, wie wir wurden, was wir sind.
Wolfgang Büscher ()

Helmut Lethen ist der Spurensicherer in den Milieus linker und rechter Kultureliten. So kann er das Leben einer ganzen Generation sozialkritischer Geister als Detektivroman erzählen. Die Unfassbarkeit der Identität des modernen Menschen ist sein Thema, das uns alle angeht, immer mit einem Höchstmaß an Skepsis gegen sich selbst vorgetragen, in einer Sprache fröhlichster Sachlichkeit – ein Leseabenteuer ersten Ranges.
Durs Grünbein ()

Ich weiß nicht, was mehr zu bewundern ist an diesem Buch: die Prägnanz des Gedächtnisses, die freie Schilderung der Irrungen und Wirrungen eines Intellektuellen seiner Generation, der tiefe Einblick in die geistige Welt der Bundesrepublik. Wahrscheinlich kommt hier alles zusammen. Wie unendlich kostbar Furchtlosigkeit und unabhängiges Urteil sind – auch heute.
Karl Schlögel ()

Helmut Lethen erzählt die Geschichte eines ereignisreichen Lebens - und gleichzeitig eine Geschichte der BRD ... Man langweilt sich keine Sekunde.
Günter Kaindlstorfer ()

Details

ISBN: 9783737100885
Verlag: Rowohlt Berlin
Erscheinung: 13.10.2020

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