Wie lassen sich Sprache und eine naturalistische Philosophie zusammendenken? Antworten liefert die naturalistische Semiotik, zu deren Gründungswerken Burrhus F. Skinners Verbal Behavior (1957) zählt. Nach Noam Chomskys kritischer Rezeption wurden viele von Skinners Anregungen nicht weiterverfolgt. Theodor Ickler schließt diese Lücke nun, indem er Skinners verhaltenstheoretischen Ansatz sprachwissenschaftlich erweitert. Unter Rückgriff auf die genetisch-historische Perspektive subsumiert er den Zeichenbegriff unter die vier Dimensionen Stammesgeschichte, Kulturgeschichte, Lerngeschichte und Aktualgenese. In diesem Zusammenhang setzt er sich mit Vertretern der Philosophie des Geistes wie John Searle, Daniel Dennett und Thomas Nagel auseinander. Denn: Ein neuer Zeichenbegriff ohne „Referenz“ und „Repräsentation“ kann zentrale Probleme der Philosophie des Geistes wie Intentionalität, Qualia und Language of Thought (auf-)lösen.
Theodor Ickler
Theodor Ickler, geboren 1944, hat u.a. Germanistik und Klassische Philologie studiert. Nach seiner Promotion und Habilitation sowie Stationen als Lektor für Altgriechisch in Marburg, als Akademischer Rat und als Privatdozent in München war er schließlich als Professor für Deutsch als Fremdsprache an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Gastdozenturen führten ihn nach Neu-Delhi (Indien) und Tianjin (China). 2001 wurde er mit dem Deutschen Sprachpreis ausgezeichnet.
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