Die Wertschöpfungskette eines Unternehmens hat einen wesentlichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Deren optimale Gestaltung bzw. Optimierung ist eine sehr komplexe Aufgabe, da viele verschiedene Abhängigkeiten zwischen den beteiligten Organisationstätigkeiten bestehen, die es zu berücksichtigen gilt. Entsprechend schwierig stellt es sich dar, diese Abhängigkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette im Rahmen einer Modellbeschreibung zu erfassen. Insbesondere dann, wenn das entsprechende Modell als Basis für einen strukturierten Optimierungsansatz übersichtlich bleiben soll, um dem Anwender in der Praxis eine wirkliche Unterstützung bieten zu können.
Mit dem hier vorgestellten Prozessmodell der Wertschöpfungskette wird versucht, dem Anwender eine Orientierungshilfe über die komplexen Verknüpfungen und Abhängigkeiten der Organisationstätigkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette zu geben. Hierbei geht es nicht so sehr um die genaue wissenschaftliche Beschreibung der Zusammenhänge, sondern eher um deren grundsätzliche organisations- und bereichsübergreifender Prozessorientiertheit. Dieses Verständnis ist letztendlich wichtig, damit der Anwender effiziente Lösungsansätze im Rahmen der Optimierungsaufgabe erkennen kann.
Der hier beschriebene Ansatz des Value Chain Management berücksichtigt eine strukturierte Vorgehensweise zur optimalen Gestaltung der Wertschöpfungskette auf der Basis des Prozessmodells der Wertschöpfungskette. In diesem Zusammenhang werden Techniken, Methoden, Hilfsmittel und Beispiele vorgestellt, die dem Anwender in der Praxis bei der Analyse von Optimierungspotentialen und deren Umsetzung unterstützen können. Da es sich jedoch um eine komplexe und stets auch immer unternehmensindividuelle Optimierungsaufgabe handelt, kann es keinen allgemeingültigen „richtigen“ Ansatz geben. Dennoch können die hier beschriebenen Lösungs-ansätze durchaus als Anregung und Orientierung für den Anwender in der Praxis dienen.
Grundsätzlich stehen für das Value Chain Management bereits diverse Management-instrumente zur Verfügung, mit denen, durch deren Anwendung, in den verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette, Optimierungen erzielt werden können. Um dem Anwender über die entsprechenden Managementinstrumente einen Überblick zu verschaffen, werden einige dieser Instrumente bzw. Methoden und Hilfsmittel am Ende des Buches genannt und jeweils kurz erläutert.
Norbert Schenk
Norbert Schenk, Jahrgang 1965, ist Diplom Wirtschaftsingenieur der Fachrichtung Unternehmensplanung.
Nach Beendigung seines Studiums an der Universität Karlsruhe im Jahre 1991, arbeitete er zunächst bei dem Maschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen AG. Dort war er im Investitionsgütereinkauf verantwortlich für die Beschaffung von Maschinen und Anlagen. Darüber hinaus betreute er die Einführung eines Projektabrechnungssystems unter SAP, welches im Rahmen der Investitionsplanung und der finanziellen Projektüberwachung Anwendung fand.
Danach wechselte er zu einem Spezialmaschinenbau-Unternehmen in den Bereich Vertrieb- und Anwendungsberatung, wo er als Area Sales Manager zunächst verschiedene Auslandsmärkte betreute. Es folgte die Leitung der Einkaufsabteilung.
Später übernahm er die Leitung des Bereichs Beschaffung bei einem Unternehmen aus der Medizintechnikbranche. Im Rahmen der Einführung eines neuen ERP-Systems unter SAP koordinierte er die Einführung des Materialwirtschaftsmoduls an den verschiedenen Produktionsstandorten des Unternehmensverbundes.
Durch seine Tätigkeiten in den Bereichen Einkauf, Beschaffung und Vertrieb sowie der aktiven Einbindung in IT-Projekte bei den verschiedenen Unternehmen konnte er umfangreiche Kenntnisse hinsichtlich der Problematik der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Organisationseinheiten wie Einkauf, Logistik, Produktion, Qualität, Vertrieb, Marketing, Service und der Anwendung der entsprechenden IT-Systeme, aufbauen. Er begleitete zahlreiche Projekte, die sich mit der bereichsübergreifenden Optimierung von Prozessen und der Optimierung der Wertschöpfungskette beschäftigten.