Aus Anlass seines 350. Geburtstags fand 2018 eine dem Barockarchitekten Johann Lucas vonHildebrandt (1668–1745) gewidmete internationale Tagung in Wien statt. Der daraus resultierende Sammelband zeichnet das facettenreiche Œuvre Hildebrandts unter Berücksichtigung neuer Quellenfunde nach. Präsentiert wird der bedeutende, zunächst in seiner Geburtsstadt Genua, sodann von Wien aus in Österreich, Böhmen und Franken tätige Barockarchitekt als Baukünstler auf der Höhe seiner Zeit. Mit seiner in Rom und Turin erlernten Formensprache nahm er nicht nur auf das damalige Bauwesen wesentlichen Einfluss, sondern auch auf den Neubarock des Historismus. Die Texte widmen sich Hildebrandts Profan- und Sakralbauten genauso wie Innenausstattungen und bringen auch neue Themen ein, beispielsweise eine innovative Rolle bei der Entwicklung verglaster Gewächshäuser. Einer kritischen Klärung werden sein Wirken in Franken und sein dortiges Konkurrenzverhältnis zu Balthasar Neumann unterzogen. Und Beiträge zu rezenten Restaurierungen von Bauten Hildebrandts unterstreichen die Wichtigkeit eines interdisziplinären Blicks auf unser kulturelles Erbe.
Peter Heinrich Jahn
Dr. Peter Heinrich Jahn, Kunsthistoriker mit Spezialisierung auf Architektur
und Residenzkultur des Barock. Seit 2016 Inhaber einer Forschungsstelle am
Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der Technischen Universität
Dresden zur Katalogisierung der Dresdner Residenzplanungen Augusts des
Starken ab 1693 bis 1719. Im Jahr 2006 von der Universität Augsburg promoviert
mit der Dissertation „Johann Lucas von Hildebrandt (1668–1745).
Planungsgeschichtliche und projektanalytische Studien zu Hauptwerken
seiner Sakralbaukunst: Die Peters- und die Piaristenkirche inWien sowie das
Loreto-Heiligtum in Rumburg“ (Druckfassung: Jahn 2011).
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