The present volume publishes the sixteen contributions to an international and interdisciplinary symposium which was held in Bern in April 2004, organized by the editor in cooperation with the Swiss Society for Ancient Near Eastern Studies. Participants responded in a multitude of ways to the guiding question of the "Value of Pictures as a Source for the Reconstruction of Women’s History in Antiquity”. Some surveyed an area of research in order to formulate a feminist or gender-orientated hermeneutics allowing modern scholars to ‘read’ pictures from ancient cultures. Others focused on themes (such as nakedness and nudity) or images of particular types of women (such as empresses, mothers, or priestesses) in order to work out the principles of ancient art and their implications for gender issues. Images are culturally codified as much as texts. This conference sought to define their specific ‘agenda’ and to free the approach to images from the constraints of textual interpretation, which still dominates research on the ancient world. This outstanding and pioneering collection offers fundamental insights from the latest gender research into the iconography of ancient Egypt, Mesopotamia, Palestine/Israel, Greece and Rome.
Der vorliegende Band dokumentiert in 16 Beiträgen die Ergebnisse eines interdisziplinären Symposions in Bern, das die Herausgeberin im April 2004 in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Orientalische Altertumswissenschaft organisieren konnte. Die Leitfrage des Symposions nach dem Quellenwert, den Bilder bei der Rekonstruktion von Frauengeschichte haben, wurde von den TeilnehmerInnen in unterschiedlicher Weise aufgenommen. Während einige Vorträge einen Überblick über ein ganzes Forschungsgebiet anstrebten und dabei grundsätzliche hermeneutische Ansätze für den feministischen oder gender-orientierten Umgang mit antiken Bildern zu formulieren suchten, fokussierten andere auf speziellere Themen wie die Inszenierung von Nacktheit oder die Frage nach dem Bild der Herrscherin, der Mutter oder der Priesterin, um die Implikationen der Gesetzmäßigkeiten antiker Kunst für Genderfragen herauszuarbeiten. Bilder sind wie Texte kulturell kodifiziert. Es gilt, ihre 'Agenda' zu bestimmen und sie zugleich von der Vormundschaft der Textinterpretation zu befreien, die in den Altertumswissenschaften noch längst nicht überwunden ist. Das Buch ist eine einzigartige und bahnbrechende Sammlung neuester Genderforschung im Bereich der Ikonographie Ägyptens, Mesopotamiens und Palästinas/Israels sowie der griechischen und römischen Antike.
Silja Schroer