Hans Kollhoff provoziert, er gehört zu jenen Architekten Europas, deren Werk am kontroversesten diskutiert wird. Und das obwohl – oder gerade weil – sich seine Architektur dem 'Wettlauf der Aufmerksamkeit', dem Spektakulären verweigert. Seit gut 25 Jahren befasst er sich mit der Frage nach dem Wesen des Urbanen; sie führt ihn zu der zentralen Aufgabe zurück, die den Architekten in der Moderne beinahe abhanden gekommen zu sein scheint: die Pflege einer Baukultur, in der die Tradition der europäischen Stadt wurzelt. Diese erstmals in deutscher Sprache erscheinende Monographie über das Gesamtwerk von Hans Kollhoff dokumentiert einen Weg, der sich als eine konsequente
Folge von Schritten zur Wiedergewinnung und Verteidigung des Architektenmetiers darstellt. In der Chronologie der hier dokumentierten Bauten und Entwürfe wird sichtbar, wie sich Kollhoffs Arbeit an der Architektur entwickelt: von den grossen Wohnungsbauten der Anfangsjahre, über die Experimente mit skulpturalen Formen und Strategien für die Peripherie hin zu den opulenten, grossstädtischen Geschäftsbauten der Neunzigerjahre und der Auseinandersetzung mit dem privaten Wohnen heute.
Nach Abschluss seines Architekturstudiums (1968–75) an der Universität Karlsruhe erhielt Hans Kollhoff (*1946) ein DAAD-
Stipendium für die Cornell University, New York, wo er bis 1978 als Assistent im Graduate Design Program arbeitete. Nach seiner Rückkehr gründete er sein eigenes Büro in Berlin, das er seit 1984 gemeinsam mit der Architektin Helga Timmermann führt. Bis 1983 war er Assistent am Lehrstuhl für Gebäudelehre und Entwerfen an der TU Berlin und hatte 1981–87 verschiedene Gastprofessuren (u.a. Hochschule der Künste in Berlin, ETH Zürich). Seit 1990 ist er ordentlicher Professor am Lehrstuhl für Architektur und Konstruktion der ETH Zürich.
Jasper Cepl
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