Erstmals auf Deutsch: eine japanische Klassikerin des 20. Jahrhunderts
Unter allen zwischenmenschlichen Verbindungen ist die zwischen Mutter und Sohn eine der innigsten. Okamoto Kanoko, hierzulande noch unbekannte Mitbegründerin der weiblichen Moderne Japans, lotet in ihrem autobiografisch inspirierten Roman die Höhen und Tiefen innigster seelischer Verbundenheit aus. Eine berührend intime Erzählung über gemeinsam bewunderte Kastanienblüten, über faszinierende Ost-West-Passagen, über die Kraft bedingungsloser Liebe und die schwere Kunst des Loslassens.
Okamoto Kanoko
Okamoto Kanoko (1889–1939) kam als älteste Tochter von neun Geschwistern in Takatsu, Präfektur Kanagawa, zur Welt und bekam früh Privatunterricht. Unter dem Einfluss ihres Bruders Yukinosuke und Tanizaki Jun’ichirōs reifte sie zur Dichterin heran. 1910 heiratete sie Okamoto Ippei, 1911 schloss sie sich der feministischen Gruppierung um die Zeitschrift «Seitō» an, und 1912 erschien die Tanka-Sammlung «Karoki netami» («Leise Eifersucht»), 1918 gefolgt von «Ai no nayami» («Liebesnot»). Daneben schrieb sie Prosa, Dramen und Essays. Mit «Tsuru wa yamiki» («Der Kranich wurde krank», 1936), einer Erzählung über die letzten Lebensjahre von Akutagawa Ryūnosuke, gelang ihr 1936 der Durchbruch. Ihr eigentliches Debüt als moderne Klassikerin ist jedoch das vorliegende Werk «Boshi jojō».
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