Ein Meister des poetischen Reisefeuilletons
Obwohl er auch zwei autobiografisch grundierte Künstler-Romane schrieb, sind die Reisebilder des Sammelbandes Nur nie jemandem sagen, wohin man reist die geglücktesten Arbeiten des Zürcher Mittelschullehrers. Hin- und hergerissen zwischen Vernunft und Wahnsinn – der ihn immer wieder in psychiatrischen Kliniken Heilung suchen liess – , geben die poetischen Landschafts- und Städteminiaturen einer unerfüllbaren Sehnsucht Gestalt. Linsmayers Nachwort evoziert das tragisch endende Leben des Autors.
Guido Looser
Guido Looser (1892-1937)
2026 wäre er ein Missbrauchsfall, der 16jährige, den eine Lehrersfrau zu etwas verführte, das ihn zum Psychiatriepatienten machte. Paris, Venedig waren ihm so ebenso Sehnsuchtsorte wie der Zürichsee, dem er seinen schönsten Text widmete und mit Blick auf den er sich 1937 erhängte.
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