Seit dem frühen 20. Jahrhundert beschäftigt das Fotogramm
Maler, Filmer und Fotografen als Experimentierfeld zwischen
Fotografie und Bildender Kunst. László Moholy-Nagy, Man
Ray und Christian Schad sind die Väter dieser im Umfeld
von Dadaismus und Surrealismus geborenen Technik, die
Bilder durch die direkte Belichtung von lichtempfindlichen
Materialien wie Film oder Fotopapier entstehen lässt;
im Gegensatz zur Fotografie wird dabei keine Kamera
verwendet. Nicht nur die Avantgarden schöpften aus den
schier unbegrenzten Möglichkeiten des Fotogramms
– der direkte Umgang mit dem bildherstellenden Vorgang
und die auf Hell / Dunkel reduzierte Erscheinungsweise
regte auch Künstler der nachfolgenden Generationen zu
neuen Lösungen im fotografischen Prozess an. Heute
werden fotogrammatische Techniken vielfach mit anderen
Bildherstellungsverfahren kombiniert und erweitert. Die
unmittelbar spürbare Gleichzeitigkeit des realen und
des abgebildeten Gegenstandes bzw. Vorganges ist das
Spezifikum und nach wie vor das große Faszinosum dieser
kameralos erzeugten Bilder.
Museum der Moderne Salzburg
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